Margot Schindler
Objekte im Fokus: z. B. Jüdische Dinge
Die großen Brüche, Katastrophen und Verwerfungen im20. Jahrhundert kennzeichnen auch die Sammlungs- und Aus-stellungsgeschichte des Österreichischen Museums für Volks-kunde. Gesammelt, um vermeintliche oder tatsächliche Verlustehistorischer Lebenswelten zu kompensieren, ausgestellt, umalte oder neue Identitäten zu dokumentieren und zu vermitteln,steht hier ein immenser zentraleuropäischer Sachkulturkosmoszur Verfügung, der je nach Wissensstand, Zeitgeschmack,gesellschaftspolitischen und persönlichen Interessenslagengruppiert, kombiniert und interpretiert werden kann.
Ausgestellt werden kann in großen, an Sammlungenreichen Museen, wie dem Wiener Volkskundemuseum, jeweilsnur ein Bruchteil der Bestände. Das heißt jedoch nicht, dassmit dem Rest der Sammlungsobjekte abseits der Schauräumenicht gearbeitet würde. Leihverkehr, Digitalisierung der Samm-lung und damit verbundene Neu- bzw. Nachinventarisierungen,Pflege der Objekte und Restaurierung einzelner Stücke, wissen-schaftliches Evaluieren und Neubewerten der Sammlungenbringen oft erstaunliches Material zutage: Serien von Dingen,gesammelt nach regionalen, chronologischen, ästhetischenGesichtspunkten, unterschiedlich in Material und Dekor, dochbestechend aufgrund der Vielfalt möglicher Varianten oderaufgrund eines speziellen, besonders interessanten Sinnzusam-menhangs.
Dies hat uns veranlasst, eine neue Ausstellungsseriekleineren Formats zu entwerfen, die nicht permanent bezie-hungsweise schon länger nicht ausgestellte Sammlungsbestände
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