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Von Dreideln, Mazzes und Beschneidungsmessern : jüdische Dinge im Museum ; [Katalog zur gleichnamigen Ausstellung im Österreichischen Museum für Volkskunde, 21. Juni 2011 bis 16. Oktober 2011]
Entstehung
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günstig zu erwerben und dadurch attraktiv für den Sammler Ha-berlandt. Ob die von ihm erworbenen Objekte jemals ausgestelltwaren, ist jedoch zu bezweifeln.

Bei der Neuaufstellung der Schausammlung nach 1945spielten>> das Jüdische«< oder auch eine österreichisch- bzw.deutsch- jüdische Geschichte keine Rolle mehr. Zwar wurden als>> jüdisch<< verstandene Objekte im Inventarbuch aufgenommen,so drei Mazzesbrote oder ein Halbrelief aus Keramik(>> AlterJude, ton, glasiert«<), beide übrigens aus dem Burgenland, einetiefergehende Beschäftigung mit jüdischer Kultur blieb jedochaus. 1962 wurde von einem wissenschaftlichen Mitarbeiter desHauses ein>> Gruppeninventar der Objekte zur jüdischen Volks-kunde<< erstellt.25 113 Objekte sind hier entlang der Inventarnum-mern aufgelistet, der überwiegende Teil ist als>> neuinventari-siert<< gekennzeichnet. 26 Die Liste ist für uns heute eine wichtigeQuelle, sie belegt zum einen die Inventarisierungspraxis derfrühen 1960er Jahre, zum anderen zeigt sie auch, was demdamaligen Verständnis nach als» jüdisch« kategorisiert wurde.So enthält diese Aufstellung nicht nur Objekte, die eindeutigeinem jüdischen Kontext zuzuordnen sind( Synagogenleuchter,Schofar, Chanukka- Lampe u. ä.), sondern auch Objekte, die wirheute in Bezug auf Typisierungen( wie die als» Alter Jude<< in-ventarisierte Keramik") oder auch hinsichtlich des christlichenAntisemitismus( wie etwa eine als» Judaskopf«< bezeichneteHolzplastik aus Südtirol) zu befragen haben. Die seit 1952 sich

25 Österreichisches Museum fürVolkskunde, Gruppeninventar derObjekte zur jüdischen Volkskunde.Nach Inventar geordnet und neuin-ventarisiert von Dr. Klaus Beitl. Wien,29.10.1962, 5 S. ÖsterreichischesMuseum für Volkskunde, Archiv.26 Viele der Gegenstände wie-sen bislang am Objekt noch keine

ÖMV- Nummer auf, manche warenüberhaupt noch nicht im Inventar-buch eingetragen worden, obwohl siesich vielleicht schon längere Zeit imMuseum befanden.

27 S. den Beitrag von Elfriede Lins-bauer in diesem Band.

28 ÖMV 28.395

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