Volkskundemuseen integriert. Zum Aufbau von systematischenSammlungen in( kultur-) historischen Museen kam es jedochnicht. Vielmehr zeichnet diese Sammlungen eine Zufälligkeitaus.19 Jüdische Kultur wurde( und wird großteils noch heute) mitjüdischer Religion gleichgesetzt. Dieses Verständnis von>> denJuden<< als einer Religionsgemeinschaft teilten die Wiener Muse-umsleute durchaus mit ihren Kolleg/-innen in anderen Ländern.Für historische bzw. kulturhistorische Museen in Deutschlandkonnte jüngst gezeigt werden, dass im ausgehenden 19. Jahr-hundert Lampen, also profane Gegenstände, von den Museen als>> Sabbatlampen«< und somit als Synonym für» jüdisch<< gesam-melt und inventarisiert wurden.20
Vermutlich war die» Jüdische Sammlung«< des Museumsin Wien ähnlich ausgestattet wie die des Bayerischen Natio-nalmuseums um dieselbe Zeit, wo in zwei Vitrinen>> Geräth-schaften für den öffentlichen und privaten Gottesdienst derIsraeliten<<" ausgestellt und diese mit erklärenden Illustrationenversehen worden waren. Vergleichbar ist wohl auch eine gewisseUnsicherheit in der Platzierung der Vitrinen: Im BayerischenNationalmuseum wechselten sie mehrfach den Standort, inWien stand>> Kasten 5«<, also die Vitrine, in der die Judaicapräsentiert wurden, in einem Raum, der ansonsten mit einerhistorischen Sammlung an Herdgeräten und Beleuchtungskör-pern bestückt war.
Während der Zeit des Nationalsozialismus waren diedinglichen Zeugnisse jüdischer Kultur der Öffentlichkeit
19 Siehe zum Beispiel die Ausstat-tung der beiden Vitrinen im Bayeri-schen Nationalmuseum, vgl. dazu:Barbara Staudinger: Die jüdischeWelt und die Wittelsbacher(= Sam-melbilder, o1). Ausstellungskatalog.München: 2007, S. 29-33.
20 Hoppe( wie Anm. 2), S. 170.21 Jakob Heinrich von Hefner-Alteneck: Lebens- Erinnerungen.München: 1899, S. 335.
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