Wesentlichen handelt es sich bei diesem Bestand um Synago-genleuchter, Chanukka- Lampen, Besamimbüchsen und Zinn-schüsseln. Schenken wir dem Inventarbuch Glauben, und indiesem Fall dürfen wir das wohl, kamen viele dieser Objekte derPatriotischen Kriegsmetallsammlung, die in allen Ländern derk. u. k. Monarchie durchgeführt wurde, aus Galizien und derBukowina. Dass der Sammler- Blick des Direktors im Jahr 1915,also in dem Jahr, als die Ausstellung im Festsaal des Militär-kasinos am Schwarzenbergplatz in Wien präsentiert wurde,nach Osten gerichtet war, ist nachvollziehbar, verstand sich dasMuseum zu jener Zeit doch als Ort, in dem der VielvölkerstaatProgramm war und dieses die Ausrichtung der Sammlungenbestimmte. Im Ausstellungskatalog zur Patriotischen Kriegsme-tallsammlung, der im Archiv des Österreichischen Museums fürVolkskunde erhalten geblieben ist¹³, wurden einzelne Objekte,vermutlich vom damaligen Direktor Michael Haberlandt, mar-kiert. Die getroffene Auswahl, die wir heute, weil auf Papier ver-ewigt, nachvollziehen können, entspricht der Suche der frühenvolkskundlichen Wissenschaft nach Objekten der>> Volkskunst<<bzw.>> religiösen Volkskunst«<. Hier eine Zinnschüssel mit derFigur des Hl. Georg, mit Blumenranken und Blätterwerk, dorteine Chanukkia mit» stilisiertem Löwen- und Vogelmuster<<. 14Aber auch symbolische Darstellungen der Monarchie gaben Aus-schlag für die Objektauswahl. Markiert ist unter anderem dasObjekt Nummer 819, ein» Jüdischer Zinnteller mit Doppeladler,Jahrzahl 1788 und Randinschrift«<. 15 Offenbar wurde er vomMuseum in weiterer Folge auch erworben, erhielt hier zuerst dieInventarnummer M/ 8191( M für Metallsammlung), später, bei
13 K. u. K. Kriegsministerium( Hg.): Ausstellung der PatriotischenKriegsmetallsammlung. Verzeichnishistorisch und künstlerisch hervorra-
gender Spenden. Wien: 1915/1916.
14 Ebda., S. 43.
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Ebda., S. 15.
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