Druckschrift 
Von Dreideln, Mazzes und Beschneidungsmessern : jüdische Dinge im Museum ; [Katalog zur gleichnamigen Ausstellung im Österreichischen Museum für Volkskunde, 21. Juni 2011 bis 16. Oktober 2011]
Entstehung
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sind größtenteils>> Dinge ohne Erinnerung«<, um mit BernhardPurin zu sprechen. Die ursprünglichen Eigentümer/-innenoder Verwender/-innen sind uns in den meisten Fällen nichtbekannt, nur selten kennen wir den genauen Herkunftsort. Wasuns vorliegt, sind spärliche Eintragungen im Inventarbuch des

Museums.

Objekte im Fokus 1 rückt nun zwanzig ausgewählte Objekteaus diesem Fundus ins Blickfeld. Bei der Beschäftigung mitden>> jüdischen Dingen«< schwingt, so glauben wir, auch immerunser Verhältnis zum Jüdischen mit. Dieses ist heute nebenanderen Bildern nicht zuletzt von der Schoa und von einem brei-teren öffentlichen Diskurs über» Arisierung«< und Restitutiongeprägt. Als Museologinnen und Museologen mit kulturwissen-schaftlicher Prägung beschäftigen wir uns wie selbstverständlichmit dem kulturellen Kontext der Dinge. Wir sehen es darüberhinaus aber auch als unsere Verantwortung an, Fragen nach dereigenen musealen Praxis sowie nach bedenklichen Erwerbungendes Museums zu stellen.

Museale Praktiken

Soweit bislang bekannt, waren materielle Zeugnissejüdischen Lebens im Museum in der Laudongasse zuletzt 1938ausgestellt. Sie waren fixer Bestandteil der ständigen Schau-sammlung, wie ein von Arthur Haberlandt 1930 anlässlich einerverbesserten Aufstellung herausgegebener» Führer durch dasMuseum für Volkskunde« belegt. Darin wird auf eine>> nichtunansehnliche Sammlung Judaica«<' hingewiesen, bestehendaus Leuchtern, Beschneidungsmessern,» Räuchertürmchen<<

6 Arthur Haberlandt: Führer durchdas Museum für Volkskunde. Hg.vom Verein für Volkskunde. Wien:1930.

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Ebda., S. 54.

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