Bernhard Purin hingegen unterscheidet für diese Kate-gorie von Objekten zwischen Kult- und Ritualgegenständen. AlsKultgegenstände definiert er Objekte der religiösen Verehrung,der Umgang mit ihnen ist nach genauen Richtlinien festge-legt. In diese Kategorie fallen nur wenige Objekte: Tora( oderTeile davon), Tefillin( Gebetsriemen) und Mesusot. Als Ritual-gegenstände benennt er jene Gegenstände, die zur Ausübungder Religion verwendet werden: Dies wären etwa Sederteller,Chanukka- Leuchter oder auch ein Schofar. Da es sich bei derin der Ausstellung präsentierten Objekte jedoch nicht nur umKult- oder Ritualgegenstände handelt, haben wir uns für dieBezeichnung»> jüdische Dinge« entschieden. Der Ding- Begriff,wie ihn Gottfried Korff in die Museumswissenschaft und-praxiseingeführt hat und dem wir folgen möchten, erscheint dabeiam hilfreichsten, wenn es darum geht, den Objekten und ihrenBedeutungen nachzuspüren, möglichen Gebrauchskontextenund auch Zuschreibungen und damit in Zusammenhang ste-hend auch den museologischen Praktiken in Vergangenheit undGegenwart.
Objekte in Museen stammen aus einer anderen Zeit, nachKorff sind sie Zeitzeugen: Sie sind Dinge der Vergangenheit undsie stehen uns heute als Informationsträger zur Verfügung. DasÖsterreichische Museum für Volkskunde( ÖMV) lagert in seinenDepots eine Reihe von Objekten, die mit jüdischer Geschichteund jüdischen Lebenswelten in Verbindung zu bringen sind. Es
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Bernhard Purin: Dinge ohneErinnerung. Anmerkungen zumschwierigen Umgang mit jüdischenKult- und Ritualobjekten zwischenMarkt und Museum. In: Österrei-chische Zeitschrift für VolkskundeXLVII/ 97, 1993, S. 147–166, hierS. 159.
5 Gottfried Korff: Zur Eigenart derMuseumsdinge. In: Martina Ebers-pächer, Gudrun M. König, BernhardTschofen( Hg.): Gottfried Korff. Mu-seumsdinge. Deponieren- Exponie-ren. Köln, Weimar, Wien: 2002,S. 141.
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