Brigitta Schmidt- Lauber
Die Hanuschgasse in der Laudongasse
Universität und Museum beziehungsweise universitäreForschung und museale Sammlungs- und Ausstellungstätigkeitsind im Vielnamenfach wie überhaupt in den Ethnowissen-schafteneng miteinander verwoben. Fachgeschichtlich gab essowohl in der>> Volkskunde<< als auch in der Schwesterndisziplin>> Völkerkunde<< personelle, räumliche und inhaltliche Verzah-nungen und vielerorts wurden Direktorensessel und Lehrstühlesogar in Personalunion von ein und derselben Person ausgefüllt.Auch wenn in Wien stets eine institutionelle Eigenständigkeitvon Museum und Universitätsinstitut bestand, so existierte dochauch hier von Beginn an ein reger Austausch und waren beideFachorgane stark aufeinander bezogen. Erstmals gewann dasFach in Wien im 1895 gegründeten Museum für österreichischeVolkskunde Kontur- und sicher ist es der musealen Präsenzder Volkskunde mitzuverdanken, dass es sich hierzulande späterauch auf universitärer Ebene als eigenständige Disziplin allmäh-lich( erstmals 1924 in Graz mit dem dortigen Leiter des Steiri-schen Volkskundemuseums Viktor Geramb) etablieren konnte.In Wien nahm Richard Wolfram als erster beamteter Professorfür Volkskunde im Wintersemester 1938/39 die Lehrtätigkeitauf und wurde Vorstand des 1942 genehmigten» Instituts fürgermanisch- deutsche Volkskunde<«<. Es war dann wiederum mitLeopold Schmidt ein Museumsmann, der das Fach nach 1945bis zur Gründung des» Instituts für Volkskunde«< in Wien anno1961 praktisch im Alleingang an der Universität vertreten hat.Und wenn die 1946 verliehene Venia Schmidts, des langjähri-gen Direktors des Österreichischen Museums für Volkskunde,
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