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Schätze des jüdischen Galizien : Begleitheft zur Ausstellung des Museums für Ethnographie und Kunstgewerbe, Lviv, Ukraine ; Schloßbergmuseum Chemnitz, Deutschland ; Jahresausstellung 2005, 20.03.2005 bis 1.11.2005, Ethnograpisches Museum Schloss Kittsee
Entstehung
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Die Produkte

aus Sasów dienten fast ausschließlich als Kopf-,Schulter- und Brustschmuck, den Frauen und Männeran Festtagen in der Synagoge trugen:

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Schulterstücke( hebr.: atarot) für Gebetsschals( hebr.: tallit); sie bestanden aus einem Mittelteil

( jid.: schpigel) und einer Einfassung( jid.: kasten).

Besatz( hebr.: atarot) für das weiße Gewand( jid.: kittel), das Männer an hohen Festtagen tru-gen.-Kappe( jid.: yarmulke), mit der Männer in derSynagoge ihren Kopf bedeckten.

Brustlatz( jid.: brusttukh) für Frauen, ein typischerBestandteil der galizischen Tracht.

Kopfschmuck( jid.: sterntikhl) für Frauen

Die Motive sind zum Teil nach Orten und Regionenbenannt( z. B. Moldauer), meist beschreiben sie einfachdie Form( z.B. Rosetten, Fischschuppen, Augen,Herzen, Sterne, Blätter, drei Schnecken, Davidstern).Manche Städte hatten eine Vorliebe für ein Motiv;Chassidim bevorzugten ebenfalls bestimmte Motiveund gaben Anweisungen zur Zahlensymbolik. Zionis-ten bevorzugten den Davidstern. Diese Schals dientenalso nicht nur der religiösen Aufwertung von Feierta-gen oder dem Schmuckbedürfnis, sie gaben zugleichHinweise auf die soziale und religiöse Gruppe, der manangehörte.

Das Ende

zeichnete sich schon um die Jahrhundertwende ab, alses Missmanagement, Probleme mit der Qualitäts-sicherung und Streiks gab. Um 1930 wurde die Pro-duktion endgültig eingestellt, weil zum einen die Säku-larisierung des jüdischen Lebens solche zeremonialenGegenstände entbehrlich machte, zum anderen weilsich Lebensstil und Geschmack wandelten, z. B.kamen die Brustlätze völlig aus der Mode.

Das Einstellen der Produktion in Sasów lenkte in Lem-berg das Interesse auf dieses vom Aussterben bedrohtejüdische Kunsthandwerk. 1932 wurde ein Rettungs-versuch gestartet und das Städtische Kunstgewerbe-museum entsprach einer Bitte, diese Technik auf dergroßen jüdischen Ausstellung 1933 zu zeigen. DasMuseum erwarb einen Arbeitsstuhl und stellte ihn dort

aus.

Auch der damals wichtigste jüdische Sammler, Maksy-milian Goldstein, griff ein und kaufte zahlreiche neueStücke aus der letzten Produktion. Es ist selten so klarzu beobachten, dass ein Museum und ein Sammlerexakt beim Abbruch einer Tradition eingreifen undnicht nur das Objekt durch Kauf und Ausstellungmusealisieren, sondern sich zugleich öffentlich zu-gunsten der Fortführung der Tradition einsetzen.

Besatz für Gebetsschal

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