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Schätze des jüdischen Galizien : Begleitheft zur Ausstellung des Museums für Ethnographie und Kunstgewerbe, Lviv, Ukraine ; Schloßbergmuseum Chemnitz, Deutschland ; Jahresausstellung 2005, 20.03.2005 bis 1.11.2005, Ethnograpisches Museum Schloss Kittsee
Entstehung
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Der dritte Bautyp wurden von den Reformgemeindenin den großen Städten geschaffen. Hier wird zunächstauf die klassizistische oder maurische Architektur undOrnamentik zurück gegriffen, später auf die ganzePalette des Historismus. Im Inneren ist der Einfluß desKirchenbaus zu spüren: Wegfall der zentralen bima undder Frauenempore, Längsausrichtung des Raumes undder Sitzbänke, Einführung von Kanzel und Orgel.

Der vierte Bautyp ist dem Chassidimus zugeordnet.Diese mystisch geprägten Gruppen versammeln sich inschlichten Betstuben( jid.: schtibl), nutzten aber auchSynagogen.

Die Ausstattung einer Synagoge

besteht aus zahlreichen typischen Elementen, betontjedoch den Toraschrein( hebr.: aron hakodesch), der ar-chitektonisch hervorgehoben und durch Bauplastikgeschmückt wird. Er ist mit wertvollen Textilvorhän-gen verhüllt: dem verschiebbaren Vorhang( hebr.:

Torazeiger aus Holz und Elfenbein

parochet) und darüber einem Querbehang/ Volant( hebr.: kaporet). Zum Schrein führen Stufen mitschmiedeeisernen Geländern.

Die Torarollen sind handgeschrieben auf besonderemPergament; sie enthalten die 5 Bücher Mose. DieSchriftrollen sind auf zwei Stäbe gewickelt, so dass sieleicht hin und her gerollt werden können. Diese Stäbehaben unten und oben je einen Griff; oben werden alsSchmuck und als Zeichen der Ehre kleine, oft ausEdelmetall gefertigte Torakronen( hebr.: keter) aufge-setzt. Die Rolle ist verhüllt mit einem Toramantel( hebr.: me'il) aus Stoff. Mit einer Kette an den Stäbenbefestigt ist das Toraschild( hebr.: tas), eine reichverzierte und mit einem Rundbogen überformteMetallplatte, die oft eine Widmungsinschrift enthält;vor allem aber soll sie anzeigen, für welchen Gottes-dienst die betreffende Rolle gedacht ist. Viele Schilderhaben daher eine freie Fläche, auf der dann eineMetallplakette angebracht werden kann, die auf dienächste Verwendung hinweist.

An der Torarolle hängt auch ein Torazeiger( hebr.:jad). Da es verboten ist, die Rollen mit dem Finger zuberühren, fertigte man kleine reich ornamentierteStäbe aus Silber, Elfenbein, Halbedelstein( oder- beiärmeren Gemeinden aus Holz), an denen am Endeeine kleine Hand aus einer Manschette ragt.

Zur bima in der Raummitte führt ebenfalls eine Treppemit schmiedeeisernem Geländer, ansonsten ist sieschlichter gestaltet als der Toraschrein.

Auffällig viele Leuchter gibt es in einer galizischenSynagoge. Nicht nur das Ewige Licht, sondern auchWandlampen mit Reflektoren aus Messingblech undvielarmige Hängeleuchter, die aus Bronze oder ausMetall getrieben sind. Ein Chanukkaleuchter steht oftneben dem Toraschrein.

Für die Waschungen vor dem Gebet stehen am Ein-gang Wasser, Becher und ein Becken zum Sammelndes benutzten Wassers. Die Becher haben oft zweiHenkel, weil nach jüdischem Brauch der Becher vonder rechten zur linken Hand gereicht werden soll.

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