Das Gebäude
3. Die Synagogen und ihre Einrichtung
durfte nicht auffällig in Erscheinung treten; konkretsollte der First der Synagoge den der Wohnhäusernicht überragen und die Außenwände nur geringgeschmückt werden. So blieben nur drei Möglichkei-ten, den Rang des Gebäudes zu betonen: das Bauvolu-men, die Lage und der Innenraum. Meist wurden alledrei Wege beschritten: Die Synagogen fielen durchihre Größe sofort ins Auge und sie wurden meist aufeiner Fläche frei gestellt. Die steinernen Synagogenwurden gelegentlich mit einer Zinnenbekrönungverziert und hatten manchmal auch einen Turm; ins-gesamt ähnelten sie also dem Erscheinungsbild einesRathauses.
Den Synagogen gemeinsam war die Ausrichtung nachOsten mit dem reich geschmückten Toraschrein, derdie Torarollen enthielt, in der Mitte der Ostwand.Rechts davon befand sich das Pult( hebr.: amud) desKantors, d.h. des Vorsängers, Vorbeters und Leiters desGottesdienstes. In diesen Bereich war auch das ewigeLicht( hebr.: ner tamid) angebracht.
In der Mitte des Raumes befand sich die bima, ein er-höhtes Podest, auf dem die Tora vorgelesen wurde.
Ein niedriger Anbau im Westen diente als Eingang undbot auf der Empore Platz für die Frauen. Währenddieser Gebäudeteil meist von Anfang an errichtet wor-den war, hatte man die südlichen und nördlichen An-bauten, in denen die Frauen ebenerdig am Gottedienstteilnehmen konnten, erst bei Bedarf ergänzt.
Vier Bautypen
kann man bei den religiösen VersammlungsbautenGaliziens unterscheiden. In der traditionellen, ausStein erbauten Synagoge findet man seit dem16. Jahrhundert meist vier Säulen rund um die bima.Daraus entwickelte sich der Grundtyp einer neun- teili-gen Synagoge, den wir zum ersten Mal beim Neubauder Vorstadtsynagoge in Lemberg( 1624-30) beobach-ten können; Zólkow, Brody und Belz folgen diesem
Schema, bei dem die bima mit ihren vier Säulen daszentrale Joch bildet, um das herum sich acht gleich-mäßige Joche gruppieren, zumeist auf quadratischemGrundriss. Dieses Schema wurde auch in Zusammen-hang mit einer Vision des Jerusalemer Tempels mitneun Höfen gebracht.
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בית הכנסת דק"ק זאלקווא יע"א נבנה בשנת ה' אלפים תמ"א לפ"ק
ר על ח
N.M. Leichter, Synagoge in Zólkiew, Lemberg 1898
Der quadratisch- kompakte Grundriß ermöglichte es,in den Kosakenkriegen die Synagogen festungsartig mitZinnen auszubauen.
Kleinere und ärmere Gemeinden Galiziens verwende-ten Holz als Baumaterial; manchmal waren esschlichte Bauten, oft aber zimmermannstechnisch sehraufwändige Holzsynagogen. Beeindruckend sind diemehrstöckigen Dachkonstruktionen und die gut inte-grierten Anbauten. Im Inneren wurden manche For-men des Steinbaus übernommen( Holzgewölbe, höl-zerne Bimasäulen). Viele Holzsynagogen zeichnetensich durch üppige, farblich gefasste Schnitzarbeiten anToraschrein und bima aus wie auch durch eine Füllevon Wandmalereien.
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