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Schätze des jüdischen Galizien : Begleitheft zur Ausstellung des Museums für Ethnographie und Kunstgewerbe, Lviv, Ukraine ; Schloßbergmuseum Chemnitz, Deutschland ; Jahresausstellung 2005, 20.03.2005 bis 1.11.2005, Ethnograpisches Museum Schloss Kittsee
Entstehung
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Rudolf Mecicki

ཨའི་ རི ཅིང་ ད་ བ་ ཆགས་ པ་ སྐྱིད་ བཙདམ་ བུ་ ཞི་ ཀརྩ་ ཐག་& an ང་ མ་ ཐག་ ར་ ་་་ ཁ་ མ་ ཆོས་ ཀྱི་ གོ་ བ་ ད་ ང་

Synagoge in Ostgalizien, 1914

Eine Reaktion auf diese Zwei- Fronten- Situation wardie Verstärkung der Selbstorganisationen. Die jüdischeGemeinde Lemberg- die drittgrößte in Polen- hatteeine sehr starke Position bei der höheren Bildung( 3 Mittelschulen und 2 Studentenheime) wie auch beider Presse( je eine jiddische und polnischeTageszeitung). 1939 zählte die Stadt etwa 300.000 Ein-wohner, die sich zu je einem Drittel aus Polen,Ukrainern und Juden zusammensetzten.

Der 2. Weltkrieg

begann für die Juden Ostgaliziens mit deutschen Über-griffen Anfang September 1939. Die anschließendesowjetische Besatzung( September 1939 bis Juni 1941)brachte einschneidende wirtschaftliche Veränderun-gen für die Juden. Die rasche Anpassung an die Ver-hältnisse in der Sowjetunion bedeutete: Ver-staatlichung der Industrie, Verbot des Privathandels,Zusammenschluss zu Kooperativen und erzwungenerBerufswechsel für Akademiker und Selbstständige.Darüber hinaus wurden jüdische politische Organisa-tionen, Schulen und Kulturinstitutionen aufgehobenund die Religionsausübung behindert. Während dasHebräische unterdrückt wurde, wurde das Jiddische

( als proletarische Sprache) gefördert. Die Skepsis dersowjetischen Behörden gegenüber den des Sepa-ratismus verdächtigten Polen und Ukrainern eröffneteden Juden erstmals höhere Positionen in derstaatlichen Verwaltung.

1941 lebten in Ostgalizien noch über eine halbeMillion Juden, Zehntausende waren aber bereits in dieSowjetunion gebracht worden; hinzu kamen etwa130.000 Flüchtlinge aus den von Deutschen besetztenGebieten. In Lemberg war innerhalb der beiden erstenKriegsjahre die Zahl der Juden um 50% auf 150.000gewachsen.

Als im Juni 1941 die deutsche Wehrmacht ein-marschierte, begannen viertägige Pogrome im ganzenLand- zwar meist von Ukrainern begangen, doch derdeutschen Führung mehr als willkommen. Über10.000 Juden wurden an diesen sog. petliura- Tagen er-mordet, 4000 davon in Lemberg. Außerdem wurdendie Vermögen konfisziert und Synagogen und Fried-höfe zerstört.

Im August 1941 wurde Galizien in das General-gouvernement einbezogen, die Juden musstenZwangsarbeit leisten und zwar zum Teil in Arbeits-lagern.

Im November 1941 wurde in Lemberg ein Ghetto ein-gerichtet, in das die damals noch 106.000 Juden um-gesiedelt wurden ein halbes Jahr später lebten nurnoch 84.000. Gleichzeitig begann man das Vernich-tungslager Belzec zu bauen, in dem von Frühjahr 1942bis zum Einmarsch der Roten Armee im Juli 1944 über225.000 ostgalizische Juden ermordet worden sind.Überlebt haben etwa 3% der galizischen Juden, inLemberg 3400. Sie verdanken ihr Leben ihrenukrainischen und polnischen Freunden und Ver-wandten, aber auch einigen wenigen Deutschen unddem Einsatz des griechisch- katholischen Erzbischofs.Viele der Überlebenden verließen Galizien, zum einenwegen der Repressalien der ukrainisch- nationalenFreischärler, zum anderen wegen der Unterdrückungdurch die sowjetischen Behörden, die auch die gerin-gen Freiheiten der Besatzungszeit( 1939-41) nichtmehr einräumten.

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