Musikalische Bemerkungen zu Georg KoteksInstrumentensammlung
27 Musikinstrumente unterschiedlicher Herkunft können zwar keingeschlossenes Bild einer bestimmten ländlichen Musikkultur vermit-teln, sie stellen aber im Einzelfall wichtige Zeugen einer Musizierpraxisdar, deren letzte Ausläufer oder veränderte Formen heute noch erleb-bar sind.
A. IDIOPHONE
1 Der Ringstock( Inv. Nr. 67.491) ist als Arbeitsgerät der Hirten inseinen grundsätzlichen Erscheinungsformen und Anwendungs-bereichen untersucht worden 1. Inwieweit dieser Stock als Rhyth-musinstrument bei Tanz und Gesang eingesetzt wurde, haben fürunsere Landschaften die Beobachter nicht mitgeteilt. Es kann aberangenommen werden, daß diese klang- und effektvolle Ringrasselim selben Ausmaß bei der almerischen Geselligkeit benützt wurde,wie dies mit dem„, Löffelspiel" heute noch geschieht 2.
2 Hölzernes Glachter
Inv. Nr. 67.288
In der Geschichte der Volksmusikinstrumente in Österreich trittdieses Stabspiel immer nur als Ausnahme in Erscheinung 3. Es mußals konzertantes Instrument angesehen werden, dessen eigen-tümlicher Klang nur selten eingesetzt wurde, besonders deshalb,um den erzielten Effekt nicht abzunützen.
Einzigartig für den Bereich angewandter Tonalität und der darausresultierenden landschaftseigenen Spielpraxis ist beim vorliegen-1 Leopold Schmidt, Der Ringstock der Hirten im Burgenland und inder Dreiländerecke. In: Burgenländische Heimatblätter XXI, Eisenstadt 1959,S. 207-218.
2 Vgl. Karl Haiding, Vom Singen auf der Alm. Ein Erlebnisbericht mitTonbandbeispielen. Vortrag zum 9. Seminar für Volksmusikforschung, Seggau1973. In: Musikethnologische Sammelbände 1, Hrsg. Wolfgang Suppan,Graz 1977, S. 89–104.- Vgl. Ludvík Kunz, Die Volksmusikinstrumente derTschechoslowakei, Teil 1, Leipzig 1974( Handbuch der europäischen Volks-musikinstrumente, Serie I, Bd. 2), S. 32 ff.
3 Vgl. Karl M. Klier, Volkstümliche Musikinstrumente in den Alpen,Kassel 1956, S. 54 ff.
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