damals mit Liebleitner und Zoder zusammen, bald auch mit Karl M.Klier, der dem Studenten als alter Wandervogel bald von allen diesenWiener Volksliedgrößen am nächsten stand. Klier vermittelte auch diepersönliche Bekanntschaft, als der Student schon 1930 einen erstenkleinen Aufsatz für diese Zeitschrift schrieb, und Kotek, sehr hochüber solchen kleinen Beiträgern erhaben, ihn dennoch sofort und gernannahm. Da vermehrten sich die persönlichen Kontakte, und der Stu-dent begriff, daß dieser im Hauptberuf leitende Jurist der WienerStadtwerke ein rühriger, vielseitiger Mann war, der sein Amt beinahemit der linken Hand leiten mußte, da er ja die rechte für seine zahl-reichen anderen Geschäfte brauchte: Zunächst für den Volksgesang-verein, aber auch für alle anderen verwandten musikalischen Vereini-gungen Wiens, vor allem für den Sängerbund, dessen langjährigesVorstandsmitglied er war. Daß er als Kenner und Sammler auch demVerein für Volkskunde nahestand, ja seit ebenjenem Jahr 1924 schonAusschußmitglied des Vereines war, dessen Ehrenschutz im gleichenJahr Bundespräsident Michael Hainisch übernommen hatte, das konnteer damals noch nicht wissen. Erst später wurde ihm klar, daß Kotekauch in diesem Zusammenhang verdienstvoll wirkte, daß er beispiels-weise zwar persönlich vorzügliche Stücke der alten Volkskunst sam-melte, hin und wieder aber doch ein besonders wichtiges Stück demMuseum überließ, meist als Tauschgabe gegen ein anderes, das ihmpersönlich wichtiger erschien, das etwa zur Volksmusik paẞte, wie erja damals schon begonnen hatte, Volksmusikinstrumente zu sammeln.
Der Jurist Kotek, der Reserveoffizier der Kavallerie war, stand sichvon Haus aus materiell gut, hatte bei seiner Verehelichung eine großeWohnung in der Kirchengasse bezogen, die unter der treuen Fürsorgeseiner Gattin auch zur Sammlung und Bibliothek ausgestaltet wurde.Kotek kannte das alpenländische Volkslied von Jugend auf von denLandaufenthalten seiner Familie, vor allem im obersteirischen Tragöẞ.Wenn Josef Pommer als Steirer von Geburt dem steirischen Volksliedstets ganz besonders zugetan war, so Kotek aus dieser Wahl der Som-merfrische heraus. Nicht nur dem Volkslied, sondern jeder Art vonüberlieferter Volkskultur: Schlägt man die„, Österreichischen Volks-tänze" auf, die einstmals Raimund Zoder gesammelt hat, dann wirdman beim ,, Haxenschmeißer" finden, daß er ,, vor Jahren in Tragößgern getanzt wurde. Dr. Georg W. Kotek, ein eifriger Forscher echterVolkskunst, hat ihn dortselbst erlernt und an Ort und Stelle wieder zuAnsehen und in Übung gebracht. Ihm verdankt der Verfasser dieKenntnis des Tanzes". Das ist also, in Zoders zurückhaltender Aus-drucksweise vorgetragen, der Dank für die grundlegenden Anregungen,die Kotek aus seiner ganz persönlichen Erfahrung auf diesem Gebietjedermann geben konnte. Er selbst machte ja eigentlich wenig Ge-
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