und nunmehr in die Obhut eines öffentlichen Museums genommen wer-den konnte. Aufgabe der Ausstellung ist es also, die Fachwelt undVolksmusikfreunde auf diese Neuerwerbung des Museums aufmerk-sam zu machen und mit der Veröffentlichung eines beschreibendenwissenschaftlichen Katalogs eine weitere Grundlage für die fortge-setzte volkskundliche und musikwissenschaftliche Auseinandersetzungmit der österreichischen Volksmusiküberlieferung zu schaffen, wofürdie Kenntnis des Volksmusikinstrumentenwesens eine unerläßlicheVoraussetzung ist.
Das Österreichische Museum für Volkskunde verfügt seit langemüber eine verhältnismäßig stattliche Sammlung alter Volksmusikinstru-mente, die in einer systematischen Aufstellung einen Bestandteil derständigen Schausammlung des Hauses in der Laudongasse bildet undals solche gemeinsam mit der gegenwärtigen Sonderausstellung zusehen ist. Geschichte und Beschaffenheit dieser Spezialsammlung wur-den von Leopold Schmidt, der als Direktor die Geschicke des Öster-reichischen Museums für Volkskunde in den 30 Jahren nach demZweiten Weltkrieg geleitet hatte, wiederholt dargestellt 2. Die Grundzügeseien hier in Erinnerung gerufen: Die Anfänge der Sammlung sind soalt wie das Museum selbst. Sie gehen auf das Jahr 1895 zurück. DieInstrumente wurden mit Kollektionen anderer Volkskunstgegenständein den Ländern der zisleithanischen Reichshälfte der alten österrei-chisch- ungarischen Monarchie erworben. Michael Haberlandt,der Hauptgründer des Museums, legte dabei besonderen Wert auf dievolle künstlerische Ausgestaltung der Objekte, doch hat er auch schonGeräte der Lärm- und Geräuscherzeugung, Signalgeräte und Objekteder Tiermusik miterworben ³. Mit der beträchtlichen Ausweitung derSammlung im Ersten Weltkrieg durch Einbeziehung der besetzten Ge-biete der Balkanhalbinsel kamen auch südslawische Instrumente in dasMuseum 4. Dieser ganzen Gruppe, die in der ständigen Ausstellungim Hauptgebäude nicht dauernd gezeigt werden konnte, galt 1968 eine
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2 Derselbe, Instrumentale Volksmusik in Österreich. Zur Eröffnungder Abteilung ,, Volksmusik" am Wiener Museum für Volkskunde( Österreichi-sche Musikzeitschrift, 1. Jg., Wien 1946, S. 198–206). Derselbe, DieSammlung alter Volksmusikinstrumente des Österreichischen Museums fürVolkskunde. In: Die Geige in der europäischen Volksmusik. Bericht über das1. Seminar für europäische Musikethnologie, St. Pölten 1971. Redigiert vonWalter Deutsch und Gerlinde Haid( Wien 1975), S. 124-128(= Schriftenzur Volksmusik, Bd. 3). Derselbe, Volkskunst in Österreich. Wien 1966.- Karl M. Klier, Volkstümliche Musikinstrumente in den Alpen. Kassel undBasel 1956.
3 Michael Haberlandt, Österreichische Volkskunst, 2 Bände. Wien1911.
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4 Arthur Haberlandt, Volkskunst der Balkanländer. Wien 1919.