chische Museum für Volkskunde gegründet hatte, bereits 1905mit einer eigenen Ausstellung" Österreichische Hausindustrieund Volkskunst", die sicher auch in Kreisen der Schaffendengroße Beachtung fand, hervorgetreten. Ungeachtet der ver-schiedenen Bezeichnungen und des heterogenen Sammlungsbe-standes begann Haberlandt die Kollektionen des Museums un-ter dem Begriff" Volkskunst" zusammenzufassen, und die ein-zelnen Objektgruppen ab 1910 in einem Tafelwerk mit Textband
zu veröffentlichen 16). Diese" Österreichische Volkskunst"gab nun einen repräsentativen Überblick über den Sammlungs-bestand und konnte jederzeit als Grundlage für die Einordnungund Bestimmung der aus dem wirtschaftlichen und sozialen Zu-sammenhang herausgerissenen Einzelobjekte herangezogen werden.Erst 55 Jahre später wurde dieses Werk durch die umfassendeDarstellung der" Volkskunst in Österreich" von Leopold Schmidtersetzt, der damit die Tradition des österreichischen Museumsfür Volkskunde auf dem Gebiet der Beschäftigung mit Volkskunst
eindrucksvoll unterstreicht 17).
An Hand dieser und zahlreicher ähnlicher Arbeiten über ein-zelne" Volkskunstlandschaften" bzw. einzelner Sachgruppenlassen sich nun auch die Objekte der Sammlung von ErnstHuber bestimmen und einordnen. Ohne Angaben über Herkunft,Alter und Verwendung reduzieren sich die Dinge im Museum näm-lich auf ihre bloße Gegenständlichkeit. Es kommt nun aus-schließlich ihr kulturaler Wert zum Tragen, wobeidie Lebensstationen von Ernst Huber einen gewissen Anhalts-punkt liefern.
Wenn man bedenkt, daß Ernst Huber mehrfach in Hirschbach imMühlviertel bei Zülow zu Gast war, wundert es nicht, daß auchHuber" Hirschbacher" Möbel besaß. Franz Lipp läßt uns inseinem Oberösterreichischen Stubenbuch nicht nur einen Blick
30