in seiner Geschichte des Österreichischen Museums für Volks-
kunde hervorhebt 13), das kunstwissenschaftliche Echo auf die
von Wilhelm Exner 1890 inszenierte Ausstellung über dieösterreichische Hausindustrie dar, in dem Alois Riegl ver-sucht, das bisher theoretisch kaum begangene Feld dieser" Volkskunst" einmal abzugrenzen und seine Eigenart herauszu-stellen. In seinem Beitrag über" Die Entdeckung der Volks-kunst für das Kunstgewerbe" kann der Leiter der volkskund-lichen Abteilung am Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg,Bernward Deneke, die Anfänge noch weiter zurückverfolgen14).Er hebt dabei die Bedeutung des nachmaligen Direktors desÖsterreichischen Museums für Kunst und Industrie in Wien,Jakob von Falke( 1825-1897) hervor, von dem wesentlicheAnregungen für die Entdeckung der" Volkskunst" ausgingen.Nachdem er schon anläßlich der Pariser Weltausstellung aufdie Erzeugnisse des traditionellen Handwerks der verschie-denen Länder hingewiesen hatte, verfaßte er für die Weltaus-stellung in Wien ein umfassendes Programm für eine Abteilungmit Objekten der nationalen Hausindustrie, worunter er nursolche Produkte verstanden wissen wollte, die vom Volk fürden eigenen Gebrauch im Hause gefertigt wurden. Also nursolche Produkte, die Alois Riegl unter dem Begriff Hausfleißzusammenfaẞte." Für Falke war, wie das aus seinen Beiträgendeutlich wird, die Absicht bestimmend, der angewandten Kunst,die um 1870 bereits eine Reihe von Kunstepochen der Vergan-
genheit als Quelle genützt hatte, neue Vorbilder zu bieten" 15).Neben solchen praktischen Überlegungen, die eine rege Ausstel-lungstätigkeit zur Folge hatten, begann man im letzten Dezen-nium des 19. Jahrhunderts die Produkte des Hausfleißes undder Hausindustrie auch in Museen zu sammeln. So konnte MichaelHaberlandt, der 1895 zusammen mit Wilhelm Hein das Österrei-
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