die Kreuzwegstation galten Ernst Huber nicht mehr als Zeichender Dankbarkeit nach überstandener Krankheit, nicht mehr alsDevotionalie der" Magna mater austriae" und nicht mehr alsKultbild in der Passionsliturgie. Sie waren nicht mehr Sym-bole des Glaubens, sondern im weitesten Sinn Dekoration. DieGegenstände hatten somit einen neuen Inhalt, ein zweitesDasein erlangt.
Sie dienten dem Künstlerehepaar zur Steigerung des Wohnge-fühls, sie brachten in die Stadtwohnung einen Hauch Ländlich-keit. Ohne Zweifel knüpften die beiden an die einzelnenGegenstände bestimmte Erinnerungen: an die Umstände derErwerbung, an den Aufenthalt in einer bestimmten Gegend, andie Menschen, von denen die Objekte stammten oder auch andie, mit denen man bei der Erwerbung beisammen war. FürLeopoldine Huber hielten sie die Erinnerung an ihren Mannund an ihren zu früh verstorbenen Sohn wach.
Zu den Objekten, bei denen der emotionale Wert be-sonders im Vordergrund steht, zählen in erster Linie die vonden zahlreichen Reisen des Künstlers mitgebrachten Souvenirs.Um dem Betrachter eine Vorstellung von ihrer Bedeutung fürErnst Huber zu vermitteln, wurde eine Auswahl im" Gläserkastl"zusammengestellt. Es sind das kleine Holzschuhe aus Holland,ein hölzerner Krügelständer aus Budapest, ein hölzernerGummiknüppel aus Los Angeles, gekratzte Ostereier aus Polen,eine russische Babuschka, ein mexikanischer Mönch, Tonfiguren,die ebenfalls sehr südamerikanisch anmuten, ein Keramikan-hänger aus der Werkstätte Baudisch in Hallstatt, aber auchein Fliegenpilz als Glückssymbol für das Neue Jahr. Ähnlichwie diese Souvenirs waren auch die Krippenfiguren, die Dockenund Hampelmänner wie Nippfiguren im Wandverbau zusammenge-stellt.
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