Im Kunsthistorischen Museum waren es denn auch die Nieder-länder gewesen, die Hubers besondere Aufmerksamkeit auf sichgezogen hatten, Pieter Brueghel etwa mit seinen vielfigurigenLandschaften oder Lucas van Valckenborch. Ihre Werke zähltenzu seinen Lehrmeistern, sie zeigten ihm eine Auffassung derEinheit des menschlichen Lebens mit der umgebenden Natur, dieseiner eigenen zutiefst entgegenkam." Es ist auf eine rätsel-hafte Weise wahr, eine neue schönere Wirklichkeit", bemerktKarl Heinrich Waggerl in seiner Pfingstreise, in der die Per-son des Malers niemand anderer als sein Freund Ernst Huber9)ist.
Der Mensch tritt nicht in Gegensatz zur Umwelt, er entwächstihr, gestaltet sie und wird gleichzeitig von ihr geformt, umschließlich wieder in sie zurückzusinken, wenn seine Lebens-spanne vorbei ist, während die Landschaft, die Natur über-dauert, nicht ohne Änderungen, aber ewig und letztlich unzer-störbar ist. Kaum je fühlte sich Huber hingezogen zum Bi-zarren, Ungewöhnlichen, Dramatischen, er ist ein Gestalterdes Sanften, jener Kraft, die der österreicher AdalbertStifter in seinem" sanften Gesetz" ansprach, im Kleinen dieKraft entdeckend, die Größtes vermag, in der Stille den Klangvernehmend, der alles übertönt." Das Unscheinbare der nieder-österreichischen Dorflandschaften sucht der Maler immer wiederauf, im Winter, im weißen Schnee, und vor allem im Vorfrüh-ling, wenn der Schnee zergeht und mit seinen hellen Restenim Braun des Bodens und der flachen Hänge ein kleinteiligesOrnament bildet, manchmal graphisch bestimmt und dann wiederin weichen Übergängen malerisch gelöst. Huber hat die stillenLandschaften mit den einsamen Häusern, mit den Wegkapellenund den kleinen Dörfern geliebt, die unberührte und doch10)menschlich temperierte Landschaft". Nicht von ungefähr
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