er seine neue Laufbahn als" Verleger" begann: Nach den Ent-würfen seiner Kameraden stellte er im Primitivdruckverfahren Glossar ::: zum Glossareintrag PrimitivdruckverfahrenAbzüge von Linolschnitten für Kalender und Ansichtskartenher, zu denen seine Kameraden die Entwürfe geliefert hattenund knüpfte erste Kontakte zu Heimito von Doderer.
Nach der Rückkehr in die Heimat 1920 gründete Haybacheinen eigenen Verlag, der sicher zu den bemerkenswertestenErscheinungen zählt, die sich in dem leider noch ziemlichunaufbereiteten und daher kulturgeschichtlich nur schwer faẞ-baren turbulenten Editionsbetrieb der zwanziger und dreißigerJahre in Wien fanden. Es war ja leider wirtschaftlich keines-wegs eine goldene Zeit, eine Tatsache, die auch Haybacham eigenen Leibe verspüren mußte: Das ambitionierte Unter-nehmen balancierte ständig am Rande des Existenzminimums,und die Abfindung von Gläubigern mit" Naturalien"( etwamit heute wohl fast unbezahlbaren Kolo Moser- Bildern) warkeine Seltenheit. So sind denn auch viele der jetzt gesuch-ten Raritäten der Haybachschen Pressen- Produktion verschollenund kaum noch je auf dem Kunstmarkt zu erwerben.
Zu den wichtigsten Publikationen zählte neben der erstenHerausgabe des heute wohl ebenso unter- wie früher überschätz-ten Richard Billinger die Erstverlegung der frühen WerkeHeimito von Doderers( so erschien etwa im Jahre 1923" Gassenund Landschaft. Gedichte"; 1924" Die Bresche. Ein Vorgangin vierundzwanzig Stunden"; 1930" Der Fall Gütersloh. EinSchicksal und seine Deutung"). Schon 1922 war der zehntei-lige Lithographiezyklus" Der hl. Franziskus" von Franz vonZülow im Verlag Haybach herausgekommen, von Ludwig HeinrichJungnickel die" Spanische Hofreitschule", daneben Druckgrap-hik von Josef Dobrowsky, ja auch von dem heute leider fastvergessenen Erwin Lang und von Haybachs besonderem Freund
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