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Volkskunst im slowenischen Alpenland (Oberkrain) : Sonderausstellung aus den Museen in Kranj (Gorenski Museum), Škofja Loka (Loški Museum), Radovljica (Imkermuseum), Kamnik und Lubljana (Slowenisches Ethnographisches Museum); Katalog
Entstehung
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Einleitung

VOLKSKUNST IN GORENJSKO,dem Oberland von Slowenien

Das Dachwort Volk" hat je nach der soziologischen Einstel-lung verschiedene Bedeutungen; auch ,, Volkskunst" umfaßt ver-schiedene Begriffsinhalte, allerdings im Sinn einer mehr oderweniger minder qualifizierten vorwiegend selbsterlernten Kunstder unteren Volksschichten. In der Volkskunst lassen sich ver-schiedene Werte erkennen, doch allgemein annehmbar ist wohlnur ihr geschichtliches Aussagevermögen. Ihrer bildnerischenQualität nach liegt innerhalb der Gesamtkunst die Volkskunst ineinem Randgebiet; doch unser an der modernen Kunst gebilde-ter Geschmack vermag in der Volkskunst eigenartige bildneri-sche Qualitäten zu erkennen. Die Hochkunst mit ihren totalenKunstwerken reicht bis in die Tiefen des menschlichen Daseins,erweitert die Sicht und schafft neue Beziehungen zur Welt, wäh-rend die Volkskunst vor allem veranschaulicht und dekoriert;mag sie auch meistens oberflächlich die Elemente der hohen( besonders der provinziellen) Kunst nachahmen, so zeichnet siesich vielfach durch originelle, einfallsreiche und ästhetisch wir-kungsvolle Einfälle aus.

Der Großteil der Volkskunst in Gorenjsko besteht in Kunstfor-men, die auf Bauernhöfen ausgeübt wurden. Unsere Ausstel-lung zeigt charakteristische Denkmäler dieser Kunst und einzel-ne ihrer Nachklänge in der städtischen und in der schlichterenländlichen Kirchenkunst.

Da die Urbedeutung der Kunst ohne Zusammenhang mit demLeben ihrer Benutzer nicht verstanden werden kann, stellen wirdas Material in Gruppen aus, welche die ehemaligen Gestal-tungsverhältnisse im Stadt- und Landleben veranschaulichen: inder Architektur und der Außenfassade der Bauten, in der Inne-nausstattung, bei persönlichen Gebrauchsgegenständen, beiWerkzeugen und Geräten.

Die Volkskunst zeigt eine quantitative und eine qualitative Ent-wicklung.

Aufgrund des erhaltenen Materials läßt sich die Entwicklung derslowenisch- oberländischen Volkskunst seit dem 16. Jahrhun-dert verfolgen. Die Häuser waren aus Holz; jede Heimstatt hatte

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