Geburt als Zeichen göttlicher Macht,, Die Wiegen des Abendlandes Glossar ::: zum Glossareintrag Abendlandes"
Birth as a Sign of Divine Power1. The Cradle of the Occident
... Und als sie dort waren,
kam die Zeit, dass sie gebären sollte.
Und sie gebar ihren ersten Sohn
in einer Felsenhöhle und wickelte ihn
in Windeln und legte ihn in eine Krippe;
denn sie hatten sonst keinen Raum
in der Herberge.
Lk 2, 6.7.
Die Darstellung der Geburt Christi gilt als eines der wichtigsten Bildmotive derabendländischen Glossar ::: zum Glossareintrag abendländischen Kunst, wobei der Geburtsvorgang selbst ausgespart blieb. Dochdas Geschehen davor und danach, wie die Verkündigung und Heimsuchung oderdas Wochenbett Mariens, sind wiederkehrende Themen der sakralen Darstel-lungskunst. Im Zentrum der christlichen Bilderwelt stehen jedoch das göttlicheKind und seine Mutter Maria. Sowohl in der Krippenkunst als auch in Andachtsbil-dern tritt die stillende Gottesmutter als Inbegriff der liebenden Einfühlung in dieMutterschaft in Erscheinung.
Vorstellungen von besonderen Geburten ranken sich auch um die antiken Heldenund Götter. Sie kommen nicht auf natürliche Weise zur Welt, sondern steigen ausdem Schaum des Meeres wie Aphrodite, oder entspringen der aufgeplatzten Rindeeines Myrrhenbaumes wie Adonis. Buddha wird aus der Hüfte seiner Mutter gebo-ren, Pallas Athene aus dem Haupt ihres Vaters Zeus herausgestemmt. DieseMythen markieren erste Schritte zur männlichen Aneignung des„ weiblichenGeschäfts" des Gebärens.
The depiction of Christ's birth is regarded as one of the most important visualmotifs in occidental art, even though an actual birth is not shown. Instead, whatoccurs before and after, the Annunciation, the Visitation or the Confinement ofthe Virgin Mary is repeatedly depicted in sacred representational art. At theheart of Christian imagery, however, are the divine Child and his mother Mary. InNativity scenes as well as in devotional pictures the nursing Mother of God( among others) represents the quintessence of loving empathy in motherhood.Notions of extraordinary births center around ancient heroes and gods. They donot arrive in the world in a natural manner, but instead rise from the foam of thesea like Aphrodite, emerge from the split bark of the myrrh tree like Adonis, areborn from the hip of their mother like Buddha, or spring from the brow of theirfather Zeus like Athena. These myths mark the first steps of the masculineappropriation of the" women's business" of giving birth.
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