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Aller Anfang : [birth - Geburt - naissance - parto ; Begleitbuch und Katalog zur Ausstellung im Österreichischen Museum für Volkskunde, 10. April bis 6. Oktober 2002]
Entstehung
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hoja de cancer, in der Frauen-heilkunde für Waschungenund Bäder verwendet.

Heilerin und Hebamme

Doña Crisofora vor ihrem Hausgarten

Verschiedene Pflanzenarten werden für die Weiter-verarbeitung zu einer Abkochung und Verwendungals Waschung vorbereitet.

Es ist deshalb nicht erstaunlich, dass ein wichtiger Anteil desmexikanischen Heilpflanzenschatzes rund um Schwanger-schaft und Geburtshilfe angewendet werden. Einige der Kräu-ter sind jeder Frau bekannt, die meisten jedoch sind Bestand-teile der privaten Rezepte der Hebammen. Da diese zur Wei-terbildung durch das staatliche Gesundheitswesen oder derIndianerorganisation Glossar ::: zum Glossareintrag Indianerorganisation zu überregionalen Treffen eingeladen wer-den, findet ein Austausch über die botanischen Grenzen" hin-aus statt. Fremde Pflanzen werden im Hausgarten gezogen undnach der Information der Hebammen aus anderen Regionenangewendet. Oft wird auch Neues mit bekannten Pflanzen aus-probiert. Daraus wird klar, dass die traditionelle mexikanischeMedizin einer steten Weiterentwicklung unterliegt und keines-wegs veraltet ist.

Die Heiler/ Heilerinnen und Hebammen verwenden nur die wirk-samen Pflanzenteile. In den meisten Fällen handelt es sich umdas überirdische Kraut oder die Blätter. So ist ein Nachwachsenfür spätere Verwendungen garantiert. Aber auch Samen, Früch-te, Harze und in seltenen Fällen Wurzeln werden verwendet.Zubereitungsarten sind Tees, Abkochungen, Verabreichung imrohen frisch oder getrocknetem- Zustand oder alkoholischeAuszüge( Tinkturen). Die Anwendung erfolgt als Sitzbäder,Vaginalspülungen, Dampfbäder, Massagen, Waschungen, Um-schläge und/ oder Tees werden eingenommen.

Im Rahmen einer sog. ethnobotanischen Feldforschung wurdenbei den Zapoteken der beschriebenen Region 122 Pflanzen fürdie gynäkologische Verwendung dokumentiert. In der Ausstel-lung findet man eine Auswahl der am häufigsten verwendetenPflanzen, deren Einsatz und Erfolg über ein Jahr verfolgt werdenkonnte. Die Pflanzen werden im getrockneten Zustand präsen-tiert, so wie sie die Hebamme lagert oder ein- und verkauft.

Alle in die Studie einbezogenen Hebammen bezeichnen hojade cancer( Tournefortia densiflora Mart. et Gal., aus der Fami-lie der Boraginaceae) als die wichtigste Pflanze in der Frauen-heilkunde und Geburtshilfe. Allgemein werden die Blätter vom,, Krebsblatt" in abgekochtem Wasser als Infus zubereitet undäußerlich bei Hautproblemen oder in der Frauenheilkunde imVaginalbereich für Waschungen oder Bäder verwendet. DiePflanze nimmt darum eine wichtige Stellung in der Betreuungim Wochenbett ein und unterstützt die Hygiene und das Abhei-len der Geburtswunden. In gerösteter Form wird Pulver vonden Blättern auch direkt auf Wunden aufgestreut. Die Wirkungist in der phytotherapeutischen Literatur mehrfach belegt wor-den und auf Inhaltsstoffe mit keratolytischen, osmotischen,granulierenden und zellregenerienden Eigenschaften, wie z.B.das Allantoin, zurückzuführen. Doch kann die Pflanze auchleberschädigende( hepatotoxische) Wirkung haben. Die zapo-tekischen Hebammen kennen die wissenschaftliche Literaturnicht, raten aber intuitiv von einer Einnahme der Pflanzenzube-reitungen strickt ab.

LITERATUR

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