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Sonderausstellung Südtiroler Volkstrachten : in Sachzeugnissen, alten Bildquellen und im graphischen Werk von Erna Moser-Piffl ; Katalog
Entstehung
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Allerweltskleidung von der Stange die alte Volkstracht fast völlig ver-drängte. Es war daher gar nicht so einfach, alte Trachten zu finden, umsie im Bild festhalten zu können.

,, Meine reichhaltigsten Fundgruben sind die Seitentäler, wo vielEhrwürdiges und Schönes vom Großvater her dem Enkel noch bequemsitzt; am emsigsten stöberte ich da in Schränken und Kasten, wo ichnoch Vollständiges vom Hut bis zum Schuh nicht allein des Sonntags,sondern auch am Werktage an den Leuten vorfand. Dazu mögen dasBurggrafenamt- die Landschaft um Meran- mit seinen Anhängselnim Passeier- und Sarntal, die Taläste am Eisack, einzelne Winkel inOberbayern, rauhe Hintertäler, wie Dux, Alpach und dergleichen, undwildfremde Hochgegenden in Vorarlberg gerechnet werden", könnteder Bericht der Künstlerin lauten. Diese Feststellungen wurden jedochbereits 100 Jahre früher von dem bayrischen Maler und Literaten JosefFriedrich Lentner( 1814 bis 1852) getroffen, der in Südtirol genaueTrachtenstudien machte. Seinen scharfen Beobachtungen entgingnicht, daß die Volkstracht schon damals einen besonderen Stellenwertim Leben der Talbewohner einnahm. ,, Selbst da, wo die eigentlicheTracht bereits allgemeineren Formen weichen mußte, wird man bei denbesonders festlichen Gelegenheiten sie sicherlich zu sehen bekom-men; wo sie nur teilweise besteht, wird sie dann vollständig auftreten,und wo sie noch gang und gäbe ist, einer älteren, noch originellerenPlatz machen. Schon das gewöhnliche Festgewand hält sich genaueran die überlieferten Schnitte, Farben und Zutaten; die allenfallsigenNeuerungen, deren man sich an einem Werktags- oder ordinärenSonntagskleide nicht schämt, würde man zum hohen Prunke nicht an-zunehmen wagen. Am sorgfältigsten aber wird vom Kopfe bis zur Sohlealles nach der guten, ehrlichen Vätersitte zusammengefaltet oder aus-gebreitet, wenn es sich darum handelt, in der bestmöglichen Würde, ehrbarig' aufzutreten an den wichtigsten Haus- und Kirchenfesten.Darum sind Hochzeiten und Prozessionen die erfreulichsten Schau-genüsse für den, der im Gewande des Volkes etwas mehr sieht, alseine gleichgiltige Mummerei. An diesen Tagen tauchen aus den Truhenund Schränken eine Menge der echtesten und ältesten Prachtstückeauf. Vielfach erscheint die Braut in ganz ungewöhnlichen Kleidern,wohl auch der Bräutigam mit eigenen Auszeichnungen, und ebensowechseln sie die Kleidung bei den Verkündtagen, beim Handstreich-oder Stuhlfest, bei der Seelenmesse für die Brauteltern. Da schürzensich die Kranzjungfern Glossar ::: zum Glossareintrag  Kranzjungfern und setzen stolz das Krönlein ins eigens dazugezopfte Haar, und in gleicher Weise putzen sich die Jungfrauen Glossar ::: zum Glossareintrag  Jungfrauen, diebeim Umgange die Schwesterschaftsfahnen und die Tragaltäre mit denMarienbildern handhaben; im vollständigen Staate stolzieren auch dieBuben und Männer, wenn sie mit dem Stutzen im Arme als Schützen

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