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Kleine Anzeigen zur Volkskunde
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Kleine Anzeigen zur Volkskunde

353Kügelgen ersonnene, von Niklas Vogt erst veröffentlichte Kunstsage, verfolgtdie Verfasserin in allen erreichbaren Versionen und Umgestaltungen durch dierheinische Romantik in minutiöser Motivanalyse. Also, der Natur der Sachenach, mehr Beiträge zur Literaturwissenschaft( an Hand eines Sagenmotivs) vonKügelgen über Bulwer- Lytton, Reumont, Benedix, Heine, W. Müller von Königs-winter bis zu Wilhelm Schäfer und Ernst Bertram. Auf das allgemeine Sagen-motiv feindlicher Brüder wird nicht eingegangen.

W. König, Johannisfeuer. Ein Beitrag zur Untersuchung des Volks-glaubens der Gegenwart( Glaube u. Brauch, Beitr. z. Untersuchung des primi-tiven Glossar ::: zum Glossareintrag tiven Gemeinschaftslebens der Gegenwart, H. 1). Reichenberg 1932, Sudeten-deutscher Verlag F. Kraus. 105 S.

Die von H. Naumann angeregte und vor Freudenthals Feuer- Buch unddem einschlägigen Artikel des Handwörterbuches d. deutsch. Aberglaubens ab-geschlossene Frankfurter Dissertation findet im Johannisfeuer ein Stück primi-tiven Glossar ::: zum Glossareintrag tiven Gemeinschaftsguts, das auf germanischem Boden schon bestand, ehe derJohannistag im christlichen Germanien Eingang fand und ehe der Solstitien-einschnitt bekannt war. Die altrömischen Palilien und die Sitte der Hirpi So-rani gelten nicht als unmittelbare Vorläufer des Johannisfeuers, stehen aber aufähnlicher volkstümlicher Grundlage. Der Toten- und Dämonenabwehr sowie demDämonenzauberzwang gilt der primitive Glossar ::: zum Glossareintrag  primitive Brauch. S. 91-100 bietet ein AnhangSammelsprüche und Heischelieder.

R. Kohl, Das Melusinen motiv. Eine symbolgeschichtliche Studie zurSirenen-, Erd- und Sündendarstellung. Bremen 1934, G. Winter, Fr. Quelle Nachf.50 S. mit 14 Abb.

K. streift die literarische Melusinensage nur; er gibt in der Hauptsachedie Ikonographie dieses Mischwesens aus weiblichem Oberkörper, das statt derBeine Fischschwänze hat, die mit beiden Händen seitlich in die Höhe gehaltenwerden. Die Zusammenhänge mit Sirenen"-Vorstellungen, mit Terra- undLuxuria- Darstellungen und mit antiken Schlangengottheiten werden klargelegtund für mancherlei Einblicke in das symbolische Denken des Mittelalters frucht-bar gemacht.

R. Kriß, Volkskundliches aus altbayrischen Gnaden-stätten. Beiträge zu einer Geographie des Wallfahrtbrauchtums Glossar ::: zum Glossareintrag  Wallfahrtbrauchtums.( DasVolkswerk, Beitr. z. Volkskunstforschung u. Volkskunde.) Baden bei Wien,R. M. Rohrer; Augsburg 1931, B. Filser. 380 S. mit 128 Abb. auf Tafeln,5 Karten.

Hervorragende Forscherleistung, ganz aus dem selbstgesammeltenRohmaterial heraus erarbeitet, um so wichtiger, weil allenthalben derBrauch der Votivgaben zurückgeht( ein phallisches Votiv wie Abb. 49 aist selbst unter diesen vielen Tausenden schon singulär). Verf. berück-sichtigt gleichermaßen die Kultempfänger, Maria und die Heiligen, wiedie Kultbauten, die Landschaft, die Votive, Gründungslegenden, Wall-fahrtswesen, die örtlichen Mirakelbücher( in Grafrath 3 Folianten mitüber 12 800 Mirakeln aus der Zeit von 1444-1728; in Baierbach ge-ordnet nach ,, Miraculn der Rach" Bestrafung von Skeptikern, wieschon in Epidauros dieser Typus unter den iάuara dann ,, Miracul

Archiv für Religionswissenschaft XXXII. 3/4

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