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OSBORN
schätzte man sehr wohl noch, und in einer Anzeige desTheatrum Diabolorum in den ,, Unschuldigen Nachrichten"von 1712 heisst es( S. 76): ,, Ist ein sehr nützliches undlöblich- würdiges Werk, in welches vieler gottseliger MännerSchriften wider allerhand im Schwange gehende Laster zu-sammen getragen sind, daraus ihr Eifer vor die Gotseeligkeitabzunehmen ist und Prediger viel schöne Collectanea undArgumenta wider die Sünden der jetzigen Welt nehmenkönnen." ein Urteil, das noch im Jahre 1745 JohannHeinr. Zedler in sein Universallexikon aller Wissenschaftenund Künste unverändert aufnahm.¹)
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Indessen der Einfluss der Teufellitteratur war doch vorüber,und es ist Minor wohl kaum zuzustimmen, wenn er noch eineunmittelbare Einwirkung auf den jungen Schiller für möglichhält 2). Nur die Namen der höllischen Gesellen blieben leben,sie bürgerten sich ein und wurden zu festen Bestandteilendes deutschen Sprachschatzes 3). Darin beruht neben derkulturhistorischen Leistung das dauernde Verdienst der luthe-rischen Schriftsteller des Theatrum Diabolorum, dass sie neueWorte prägten, die noch nach drei Jahrhunderten volle Gel-tung besitzen sollten. Sie verstanden, der eine mehr, derandere minder, aber doch alle bis zu einem gewissen Gradedie bewundernswerte, uns nahezu völlig verloren gegangene
1) Bd. 43. Sp. 468.
2) Minor, Schiller I, 172 f. bei Gelegenheit der Besprechung desverlorenen Gedichts ,, Triumphgesang der Hölle"( Goedeke I, 116).Schiller war von Cranz beeinflusst( cf. Vierteljahrschr. f. L.-G. II, 364Anm.), der sich nach dem katholischen Teufelsaustreiber Johann JosephGassner( Rosskoff II, 495 ff., Adelung, Fortsetzg. zu Jöcher II, 1347f.),, Peter Gassner den Jüngeren" nannte und unter diesem Pseudonym einBuch„ Gallerie der Teufel" 1776-7 schrieb, das Schiller sehr gern las,und in dem allerdings eine aus den einzelnen personifizierten Sündenzusammengesetzte teuflische Familie zur Blocksbergversammlung sicheinfand( 1. Stück. S. 144 ff.), ohne dass man jedoch auch hier an einendirekten Einfluss des 16. Jh. glauben müsste.
3) cf. Dtsch. Wörterbuch IV, I, 2, 2823; IV, II, 1668; 692; 1964;V, 1082; VI, 1283; VIII, 1886; XI, 276.