Druckschrift 
Die Teufellitteratur des XVI. Jahrhunderts
Entstehung
Seite
220
Einzelbild herunterladen
 

220

von

OSBORN

Christian Warner. Dieser Name ist offenbarein Pseudonym wie der Titelzusatz: Der sintern rohenWelt auss Christlicher Intention zur treuherzigenWarnung beschrieben von Chr... W... der h. Schriftbeflissenem" zeigt. Der Verfasser hatte den Zweck im Auge,,, dass die Dopler und Spieler dadurch auch, in dem sie dieCharten in der Hand haben, in etwas ihres Christentumbserinnert werden, wahrzunehmen wie jhnen der Teuffel, wie inandern Werken, also auch nicht weniger in dem Gewinn-süchtigen Spielen, auf mancherley art und weise mit fluchen,schweren, Lügen etc. nachstelle, Seel und Seeligkeit jhnendamit abzugewinnen." Nun folgt eine durchgeführte Ver-gleichung, wie jeder einzelnen Karte oder Kartenkonstellationund ihrer Bedeutung im Karnüffel- Spiel entsprechend derTeufel auch eine Karte auszuspielen habe, wobei nebenhereine unfreiwillige Anleitung zu diesem Kartenspiel gegebenEin Beispiel wird genügen: ,, Gleich wie in demCarnüffel- Spiel die Fünffe Ein solch Blätlein ist, damit mandie andern alle erlauschen vnd erwehlen kan, dass man auchdas höchste und beste Blat dafür nennen darf: Also brauchtder Teufel in seinem Carnüffel- Spiel unsere fünff Sinnenicht anders als ein solch Blätlein, dadurch er von desMenschen Seel in allen occasionen erlangen kan, was ernur wünscht und begehrt, denn durch sehen, hören, riechen,schmecken, fühlen wird der Mensch zu allem bösen ge-reitzet".

wird.

Das soziale Unglück des kriegerfüllten Jahrhundertswar noch weit mehr als früher der ,, gartende" Landsknecht,der raubende Soldat; ihn finden wir in all den genanntenund ebenso in den noch folgenden Schriften als Ausbundaller Schlechtigkeit; Moscherosch gab in seinem Gesicht,, Soldaten Leben" eine umfangreiche satirische Schilderungdieser Verhältnisse. Es konnte nicht fehlen, dass auch einSoldatenteufel entstand, zumal da Pape und auch Musculushier den Weg wiesen. Er erschien noch inmitten desKriegslärmes 1633: Kriegs Belial der Soldaten-