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Die Teufellitteratur des XVI. Jahrhunderts
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OSBORN

Unzweifelhaft durch die Lektüre von Schildo's Spiel-teufel angeregt, schrieb Thomas Birck seine originelleKomödie von den Doppelspielern ¹)( Tübingen 1590).Zwei Heere stehen sich hier gegenüber; auf der einen SeiteLeviathan, der Spielteufel, mit seinen Trabanten: ,, Bauer,Vnder, Ober, König, Saw, Hertz, Laub, Schellen, Eychelfarb",auf der andern ,, Syrach, ein weiser Mann, mit seinem Würffelvnd Kartenspil als Ein Würffelträger. Ein Kartendreyle,Vierle, Fünffle, Sechsle, Sibetle, Achtle, Neundtle, Bauer,Vnter, Ober, König, Saw, Laub, Hertz, Schellen, Eychelfarb,Gleich 2 Ober, Hochzeit 1 König vnd ein Ober, Tanz1 Vnter 1 Ober 1 König, Kreid, Munten, Trumphen, letzteLöss". Manche uns wohl bekannte Motive finden wir hierwieder. Tobias warnt vor dem Spiel, es sei dabei das ,, gantzhellisch Gsind" los:

I, 1( S. 14) Der Bscheissteuffel, da man betreugt," Der Lugenteuffel, da man leugt, Der zorn Teuffel, da man ergrimpt,,, Vnd Gott den Ausszug nicht annimpt

Der Fluchteuffel ist auch nicht weitDa mancher mehr Gottesflüch ausspeit" Denn Augen auff dem Würffel sein Der Zanckteuffel kompt auch darein,, Den Schmähteuffel er mit sich bringt

,, Der Mordteuffel sich auch eindringt."

Man vergleiche damit Th. D. B. Fol. 435/36. Die Ausreden,welche die Spieler dem Warner gegenüber machen, die Anek-doten, die erzählt werden, erinnern an Schildo 2); die im Th.D. Fol. 440 mitgeteilte Erzählung ist S. 25,26 behaglich inReimpaare umgesetzt.

Der 2. und 3. Akt sind den fürchterlichen Folgen desSpiels gewidmet: Barrabas verliert all sein Gut, er stiehltund wird verurteilt, und mit grausamem Ernst mahnt Birck

1) Goedeke II, 387; Berl. Kgl. B. Yq 1131. Eine Analyse desDramas giebt Holstein Zfd Ph. 16, 71 ff., ohne aber Schildo mit einemWorte zu erwähnen.

2) cf. S. 52 u. S. 170.