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Die Teufellitteratur des XVI. Jahrhunderts
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.. OSBORN

gab: Der Engel Raphael wider den Asmodeum der Ehe-teuffel" ¹).

Das Drama des Sammelwerks, der Hofteufel, fand, wieschon bemerkt, keine Nachfolger in der Teufellitteratur; manmüsste denn Martin Hayneccius hierher zählen, der die Ueber-setzung seines 1578( zu Leipzig) erschienenen ,, Almansor siveludus litterarius", den er schon 1582 als ,, Almansor, der KinderSchulspiegel" ins Deutsche übertragen hatte, 1603,, Schul-teuffel" betitelte ein ziemlich äusserliches Mittel, Interessefür das Buch zu erwecken, da ,, Sathan, der Schulteuffel" über-haupt nur ein einziges Mal( II, 1) auftritt, um seinen Hassgegen Zucht und Ordnung weitläufig darzuthun, und die ,, dreyBöse Engel, des Schulteuffels vorleufft" nur ,, mutuae personae"sind. Ebenso nahm den Teufelstitel an das von Gottschedim ,, Nötigen Vorrat"( II, 255) erwähnte Drama ,, Ratio Status,oder der itziger alamodisirender rechter Staats- Teufel,in einem neuen Schauspiel abgebildet" 1668, sowie JohanRiemer in seinem ,, Erz- Verläumder und Ehe- Teuffelvon Schottland"( 1679) 2). Der Hofteufel selbst blieb alsdramatische Person noch lange am Leben. Bei Hans Sachstritt schon 1550 in der Tragödie ,, Die vnglückhafftige KöniginJocasta" 3) im 5. Akt ,, Sathanas der Hofschmeichler"auf und hetzt die Söhne des Oedipus, Joristes und Floristes,auf einander; dann erscheint er in der Tragedi, wie KönigDavid sein Mannschaft zelen liess"( 1552), wo er sich selbstnennt: Der listig Hofteufel ich bin" 4), und in derFolgezeit begegnen wir dem Versucher der Grossen recht oft.

Ein Plagiat an Chryseus' Schauspiel beging FranciscusOmichius, der Rektor am Gymnasium zu Güstrow, der1576 seine ,, newe Comoedia von Dionysii Syracusani, vndDamonis vnd Pythiae Brüderschafft...." 5) herausgab.Wie er hier eine Reihe niederdeutscher Szenen ausClaus Bur hinüber nahm, entlehnte er einen Hofteufel vonChryseus, schrieb bald längere zusammenhängende Stücke,

1) Goedeke II, 376. 2) cf. Goedeke III, 226. 3) ed. Keller8, 29 ff. S. 48. 4) ed. Keller 10, 367, 12 f. 5) Goedeke II, 402.