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Die Teufellitteratur des XVI. Jahrhunderts
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OSBORN

a Sancta Clara, bekanntlich auch die pessimistischen Gemüts-stimmungen, von denen kaum ein Mensch ganz und gar ver-schont bleibt. Auch sie sind Anfechtungen des Teufels;denn Gott will die fröhliche Heiterkeit seiner Getreuen, undein guter Lutheraner war zu einem gewissen Mass nicht aus-gelassenen, sondern still vergnügten Frohsinns, der niemals vonihm wich, gleichsam verpflichtet ¹). Alle Störungen diesesNormalzustandes galten als Einwirkungen höllischer Dämonen,und manchen brachte sein stets sorgenvolles, ernstes oder gartrauriges Gesicht auf den Scheiterhaufen.

So kam der ,, Sorgeteufel" auf die Bretter desTheatrum Diabolorum. Sein Darsteller war Andreas Lang,der als Katholik in Eger geboren, zuerst 1561 in ChemnitzPrediger an der Johanneskirche war, dann, 1566 nach demInterim seines Amtes entsetzt, in Kärnthen eine Hofprediger-stelle erhielt und 1573 nach Klagenfurt kam, wo er erstVicar und bald darauf Pastor wurde 2). Der Streit um dieErbsünde vertrieb ihn hier wiederum und 1577 finden wir ihnals Pfarrer in Wülfersdorf wieder, wo er 1583 sein wechsel-reiches Leben beschloss.

Sein Sorgeteufel" 3) ist ein wahres Compendium derPhilisterhaftigkeit. Wenn Luther in kräftigen Worten gegendie ,, Bauchsorg" und diejenigen vorging, die in den kleinlichenMühen der Geschäfte das Gefühl für alles Grosse und Herrlicheverloren, wenn er den vergrübelten Erwerbsjägern die gerunzelteStirn etwas gewaltsam glättete und ihre Blicke aus der engenStube in die freie Natur lenken wollte, so wird in seinesSchülers breitem Traktat eigentlich jedes Streben und jedeindividuelle Kraftentwicklung zu den schweren Sünden geworfen,

1) cf. Luther E. A. 60, 60; 169. 59, 325.

2) cf. Rotermunds Fortsetzung zu Jöcher. III, Sp. 1189 f.3)... Das ist wider die Heydnische Bauchsorge der leiblichenNahrung schöner, nützer vnd tröstlicher Vnterricht, wie sich ein jederin seinem Beruff, auss der Providentia vnnd Göttlichen Fürsehung tröstensol. In diesen letzten, schweren vnnd bösen Zeiten, sehr nötig vnd nützlichzu lesen.Durch Herrn Andream Lang". Goedeke S. 482. No. 21.Im Th. Diab. B. No. 23. Fol. 525 2-560.- CII No. 18 Fol. 3432-374.