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SÜNDEN UND LASTER.
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Das wüste, genusssüchtige, vertrunkene, buhlerische Leben der, Pflaumenprediger", ihre Habsucht und Verlogenheit wird inehrlichem Zorn breit geschildert. Des Judas Verräterei wirdnatürlich als Beispiel hinterlistiger Schmeichelei fortwährendgenannt; sie gab auch das Motiv zu dem Titelholzschnitt.
Ein zweiter Teil will sich mit der Beschreibung desSchmeichelteufels beschäftigen. Er wird, so predigt derSchweinfurter Superintendent, ,, vom gemeinen Lasterteuffelgezeugt vnnd in die Welt gebracht" 1). Seine Gesellen werdengezeigt: Der Lockteufel und der Schreckenteufel, der Lester-teufel, der Trotzteufel und der ,, gemeine Rumpelgeist", derweltliches und geistliches Regiment durcheinander wirft. Aberstatt wie Rhode das dankbare Thema auszuführen, schweiftFrey stets ab und stellt zuletzt in langem Exkurs die Pflichtendes Predigers dar. Warnen und Strafen ist an der Ordnungin einer Zeit, wo die Menschen vom Evangelium sprechen,,, als were es ein Historia von Dietrich von Bern oder sonstein Märlein" 2).
Dem Schmeichelteufel verwandt ist der Lügenteufel,der seinen Schriftsteller in M. Conrad Porta fand, demAutor der„ Meidleinschul", jenes allein stehenden erfolglosenVersuches, die Schulkomödie in die Mädchenschule zu verpflanzen.Porta war 1541 in Osterwick im Fürstentum Halberstadtgeboren, schwang nach vollendetem Studium den Bakel inRostock, in Eisleben und in der Vaterstadt selbst; 1569 findenwir ihn als Diaconus an St. Nicolai in Eisleben, wo er aber1574 schon abgesetzt wurde. Vom folgenden Jahre an jedochnennt er sich bereits Pastor an Peter und Paul ebenda, woer bis zu seinem Ende, 1585, verblieb 3). Er war im FlacianischenStreit ein Gegner Spangenbergs 4), sonst stets ein felsenfesterLutheraner, wie sein Pastorale Lutheri", das 1552 zuersterschien und bis 1729 gedruckt wurde, sowie seine„, oratio de
1) 109 a. 2) 117 2a.
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3) Holstein. ADB. 26, 445.
4) Porta bat in einem Brief vom 24. Okt. 1573 Wigand, er möchtegegen Sp. vorgehen. cf. Leuckfeld, Historia Spangenbergensis S. 48 f.
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