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Die Teufellitteratur des XVI. Jahrhunderts
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OSBORN

seligem Gebrauch der zeitlichen Güter.... ❝1) aufs neuegedruckt wurde. Man sieht, Luthers Aufforderung 2)," Andie Pfarrherrn, wider den Wucher zu predigen"( 1540), warnicht umsonst gewesen.

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Der Vorredner, Andreas Theobald Mercker aus Eisleben,rühmt den adligen Verfasser, der statt den sonstigen Lieb-habereien seines Standes, den Jagden, dem Pferde- und Hunde-sport zu fröhnen, nach der Bibel den Kampf gegen den Wucheraufgenommen habe, darinn biss vber die ohren seiner ordens-genossen viel stecken". Er schildert, wie ein Teil der Junkergleich anderen ,, Knapsecken" auf den Märkten von Frankfurt,Leipzig, Nürnberg ihre ,, Wechselbanke offentlich aufschlahen"und ihr Geld zu unerhört hohem Zinsfuss ausborgen. Derlebendigen Vorrede folgt der öde Traktat des wohlmeinendenAdligen, der in äusserst ermüdender Weise eine lange Reiheeinschlägiger Bibelstellen aufmarschieren lässt. Nirgends istauch nur ein Versuch gemacht, die Leser zu interessieren unddie trockene Predigt etwa durch eine satirische Darstellungder üblen Zustände in der eignen Zeit, durch Anekdotenoder andere Mittel schmackhafter zu machen; der Blanken-burger holt lieber die Zeit des Verfalls des jüdischen Reichesherbei, um darin höchst unglücklich die Gegenwart sichabspiegeln zu lassen. Kräftige Töne hat er nicht zu Gebote,und matt schliesst das Ganze mit abermaligen Bibelzitaten.

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Nicht mehr und nichts besseres als Albrecht brachteauch die viel später erschienene Predigt des Baseler TheologenJohannes Brandmüller ,, Vom Geitzteufel" 3). Der wackerein Biberach gebürtige Schwabe( 1533-96), bekannt als eifriger

¹) ,,.. Aus den heiligen alten Lehren gezogen. Inn diesenletzten fehrlichen vnd geschwinden zeiten, da die Lieb erkaltet, vnd dieSorgfeltigkeit der Nahrung, Betrug, List vnd Finantzerey vberhandtgenommen." Erfurt( Georg Baumann) Berl. Kgl. Bibl.( an) Db 3013.2) E. A. 23, 282-338.

3). Ein Christliche vnd heilsame Predigt, gethan zu Baselvnnd hernach auss bitt eines Christenlichen Bruders auch geschrieben.Durch Johansen Brandmüller." Basel 1579. 80. Exemplar in derMünchener Hof- und Staatsbibliothek.

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Goedeke S. 482. N. 25.