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Die Teufellitteratur des XVI. Jahrhunderts
Entstehung
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DÄMONOLOGISCHES.

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aber nicht einmal hier berücksichtigt ist, wo doch Gelegenheitgenug vorlag, ihn vorzubringen, zeigt, dass vor dem Erscheinendes Spiess'schen Faustbuches( 1587) die Sage noch keineswegsüberall verbreitet und allgemein gekannt war.

Milichius ist sehr gelehrt, er citiert viel lateinisch, da-neben auch griechisch und sogar hebräisch, aber obschon eroffenbar viel herumgekommen und sogar in Italien gewesenwar 1), versteht er doch nicht, greifbare Beispiele aus demLeben seiner Zeit anzuführen und dadurch seine trockenenAuseinandersetzungen zu beleben.

Ungleich packender und frischer ist Musculus' schonerwähnte Schrift ,, Von des Teuffels Tyranney...").Sie ist nicht so umfangreich, auch sachlich nicht so erschöpfendwie die besprochenen jüngeren Bücher, auf die sie übrigensin mancher Hinsicht gewirkt hat; aber sie ist klar disponiertund populär geschrieben, und wie alle Schriften des Frank-furter Predigers hat auch sie die Würze seines persönlichenStils; stets hat man den eifrigen und eifernden WeltverbessererMusculus vor Augen.

Die Teufel erscheinen bei ihm hauptsächlich als nega-tive Kräfte, als zerstörende Geister: wie Gott aus nichts allesgeschaffen hat, so vermögen sie alles zu nichte zu machen³).Zum Beweise werden unter anderen aus der jüngsten Ver-gangenheit und aus Gegenden, die den mitteldeutschen Lesernbestens bekannt waren, einige unheimliche Sturm- und Gewitter-geschichten angeführt, die Musculus mit behaglicher Ausführ-lichkeit höchst anschaulich ausmalt 4). Durch die genaue An-gabe der Personennamen, ja oft der Strassen, wo sich dieverschiedenen Spukgeschichten abgespielt haben, beglaubigter sie und erhöht so den beabsichtigten Eindruck. Was

1) Fol. 189.

2). Macht vnd Gewalt; Sonderlich in diesen letzten tagen,vnderrichtung durch Andream Musculum D.". Goedeke S. 480. No. 3,8.Im Th. D. als No. 2: A, Fol. 1462-164; B 1262-141; C1 1002-113.3) Fol. 130.

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4) 130-1342.