ENTSTEHUNG.
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Von der grössten Bedeutung aber für die Entwicklungder Teufellitteratur nach Musculus war der vielseitige CyriacusSpangenberg, der Vater Wolfharts ¹). Er war am 17. Juni1528 in Nordhausen geboren, wo sein Vater Johann, der sichdurch seine Kirchenlieder in deutscher und lateinischer Spracheauch einen Platz in der Litteraturgeschichte gesichert hat 2),an der St. Blasius- Kirche Prediger war, bis er 1543 diewichtige Stellung eines ersten General- Superintendenten zuEisleben erhielt. Bereits im 14. Lebensjahr ging Cyriacus,nachdem er in Nordhausen eine gediegene Grundlage hu-manistischer Bildung sich angeeignet hatte, als Student nachWittenberg; dort fand er durch seinen Vater, der mit den ton-angebenden Kreisen in Verbindung stand, Anschluss an Lutherund Melanchthon. Nach 4 jährigem Studium kehrte er alsMagister in das väterliche Haus zurück, war dann als 19 jährigerbereits an der Schule zu Mansfeld lehrend thätig und wurde 1533ebenda Stadt- und Schloss- Prediger. Wie Musculus war aucher sein ganzes Leben hindurch in unerquickliche theologischeKämpfe verwickelt, die er zwar ruhiger, besonnener und wenigererbittert, aber mit der gleichen Zähigkeit und Energie führtewie jener. Durch die Parteinahme der Mansfeldischen Geistlich-keit im Synergistenstreit für Matthias Flacius, der die Erb-sünde für eine substantielle Eigenschaft des Menschen erklärte,und gegen Strigelius, der in ihr ein Accidens der menschlichenNatur sah, ward Spangenberg in diese langwierigen Zänkereienhineingezogen; aber er stand zu Flacius aus innerster Über-zeugung, und als nach einer Wendung in der Haltung deskurfürstlichen Hofes seine Amtsgenossen auch ins feindlicheLager übergingen, blieb er bei der einmal ausgesprochenen
1) J. G. Leuckfeld, Historia Spangenbergensis oder historischeNachricht von dem Leben, Lehre und Schrifften Cyriaci Spangenbergs.Quedlinburg und Aschersleben. 1712. 4°.- H. Rembe versprach in derAusgabe von Spangenbergs Briefwechsel I( 1550-72) Dresden1887 und II( 1573-84), 1888 eine Monographie.
2) Johann Spangenbergs Kirchenlieder, Wackernagel III,923-934. No. 1103-1125.