ENTSTEHUNG.
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treibt", und liess diese Predigt bald darauf in Druckerscheinen; und in demselben Jahre trat, völlig unabhängigvon Chryseus, der Pfarrer Mattheus Friederich ausSchönberg in Schlesien mit seinem„ Saufft eu fel" hervor.Friederich war als Sohn eines Fleischhauers in Görlitz geborenund versah sein Amt in Schönberg seit 1545; von da kamer später nach Görenz, wo er 1559 starb ¹). Er hat sichdurch zwei„ schöne neue geistliche Lieder", die 1556 zuFrankfurt a. O. erschienen, in der Geschichte des protestan-tischen Kirchenliedes einen Namen gemacht 2), und durchseinen„ Sauffteufel" wurde er, wenn nicht der Führer, so dochder erste von dem beiseite stehenden Chryseus abgesehen
in der aufblühenden Teufellitteratur. Ebenso wie dortlehnte er sich hier unmittelbar an Luther selbst an, wie esdeutlich aus seiner Widmung an seinen„ Lehnherrn" Erasmusvon Künritz hervorgeht.„ Viel haltens dafür", heisst es da,,, dz ein yegklich Landt seinen Landteufel, ein yegkliche Statiren Statteufel, ein yegklich Dorff seinen Dorffteufel, einyegklicher Herrenhof seinen Hofteufel, ein yegkliches Haussseinen Haussteufel, Ja auch wol ein yegklicher Standt, einyegklich Mensch seinen eygnen Teufel hab, der sie zu sündenreytzet vnnd plaget, wie man sihet das ein Landt, ein Statt,ein Hauss, ein Mensch mit yrgendt einem Laster sonderlichmehr angefochten würdt denn andere. Also hat Teutsch-land vor anderen Ländern sonderlich ye vnnd yeden Sauffteufel gehabt, der vns Teutschen tag vndnacht zum Sauffen treybet vnd vns keine ruhe lesst, wir seinddenn voll vnd toll". Das klingt ganz wie Luthers oben( S. 23)erwähnte Darstellung, und damit nur ja kein Zweifel bleibe,hat Friederich diese Worte des Meisters seiner Schrift nocham Ende beigegeben.
Ausserdem aber war der Teufel auch schon in der
1) Schulte ADB. 7, 390. Gottl. Friedr. Otto, Lexikon derseit dem fünfzehenden Jahrhundert verstorbenen und jetzt lebenden ober-lausitzischen Schriftsteller und Künstler. Görlitz 1800. I, 367.
2) Wakernagel III. S. 1048 f. No. 1221.22.