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OSBORN
Die Alleinherrschaft über die Laster wurde den Teufelnindessen streitig gemacht durch die seit dem Ende des 15. Jahr-hunderts und hauptsächlich seit Sebastian Brant in hellenHaufen in die deutsche Litteratur einmarschierenden Narren.
Als eine Vermischung der beiden Darstellungsartenkönnte man ein Gedicht vom Ende des 15. Jahrhundertsbezeichnen ¹), welches erzählt, der Teufel habe sich einmal eineer den Menschen aufsetze,Narrenkappe geschnitten, dieund an der sich folgende Farben befinden: ,, hoffart" ,,, gyttig-keit") ,,, füllerige" ,,, vnkeusch",„, vntrüw" ,,, eigennutz" und,, druckerey" aber nicht die Kunst Gutenbergs, sondern,, druckerey mitt handel vnd mit gewärb".
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In der Narrenlitteratur knüpfte man hier an die alteVorstellung an, dass Tugend Weisheit, Laster Torheit sei ³),und stempelte zunächst die einem bestimmten Laster Verfallenenzu den betreffenden Spezialnarren. Bei Brant selbst tritt dieseArt der Darstellung weniger hervor 4), aber wir finden siebereits im Fastnachtsspiel ,, Die Narren"( No. 116) 5), wo derNarr, der das Stück beschliesst, von dem aufgetretenen Personaleine Übersicht giebt, die folgendermassen beginnt:
,, Der erst ist feist, der ander faul
,, Der dritt hat ein krumbs weits maul
,, Der vierd frisst viel, der funft ser sauft
,, Der sechst sich gern mit den puben rauft
und so fort.( S. 1011 Z. 11 ff.).
1) Birlinger teilte es Alemannia 16, 81 ff. mit, ohne zu bemerken,dass schon Zarncke es in der Einleitung zum Narrenschiff S. CXXXIVabdruckt; hier erscheint es in veränderter Fassung, die dialektischenEigentümlichkeiten sind verschwunden und gemeinverständlichen Formengewichen.
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2) Geiz. cf. der„ Gytteufel" bei Mone II, 415( s. u. S. 57)Alemannische Form.
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3) So Thomasin von Zirklaere im Welschen Gast V. 7392.Auch Seifrid Helbling 7. Buch cf. Weinhold in GoschesJahrbuch für Litter.- Gesch. I, 17.
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4) Zarncke, Einltg. zum N. S. S. CXVI ff.
5) Keller II, 1008.