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Die Teufellitteratur des XVI. Jahrhunderts
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OSBORN

Elementen aller Art vermischte. Die alten Götter der deutschenStämme wurden von den Verkündern der neuen Religion zumSatan in die Hölle hinabgeschickt; in dem ,, Sächsischen Tauf-gelöbnis" 1) erscheint die früher so mächtige Dreizahl: Donar,Wuotan und Ziu- Saxnot mit allen den Unholden, die ihreGenossen sind", neben dem altbösen Feind der christlichenWahrheit, dessen Worten und Werken der Bekehrte ab-schwören soll. Dem Wuotan entspricht der Teufel, wenn eran der Spitze des wilden Heeres durch die Lüfte fährt; auchsein Karten- und Würfelspiel erinnert an diesen Gott 2).Donar mag ihm neben der Glut des höllischen Feuers dieVorliebe für die rote Farbe eingeflösst haben. Vom nordischenLoki, der aus dem alten wohlthätigen und fruchtbringendenNaturgott schon lange zur Personifikation alles Schlechtenund Niedrigen, zum Gott der Zerstörung geworden war, entlieher zahlreiche Züge 2). Und wenn es dem Christentum baldgelang, den alten Götterglauben zu verdrängen, so war esohnmächtig dem ungeheuren Wust abergläubischer Vorstellungengegenüber, die man im Gegensatz zu der eigentlichen Götter-welt als, niedere Mythologie" bezeichnet hat, und die inDeutschland, wie überall, weit tiefer in das Gemüt des Volkesgedrungen waren und eine weit zähere Lebenskraft zeigtenals jene ³).

an 4).

Die ganze gewaltige Erbschaft trat wiederum der TeufelEr nahm die feindlichen Mächte und unheimlichen1) Müllenhoff- Scherer, Denkmäler 3 S. 198, 6 f.: end ec forsachoallum dioboles uuercum and uuordum Thuner ende Uuôden ende Saxnoteende allum thêm unholdum the hira genôtas sint.

2) cf. Weinhold, Die Sagen von Loki. Zfda 7, bes. 86 ff. u. S. 93.3) cf. W. Schwartz, Der heutige Volksglaube S. 7; Prähist.anthrop. Studien S. 7. E. Mogk im Grundriss der germ. Philologievon Paul I, S. 982 f.

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4) cf. Roskoff, Geschichte des Teufels. 1869 Bd. I. GustavFreytag, Bilder aus d. dtsch. Vergang. II, Kap. 11: Der deutscheTeufel". Jetzt in den Gesamm. Werken Lpz. 1888. Bd. 19, S. 360 ff.,, Die Naturgeschichte des Teufels" von A. Graf, aus dem Italienischenv. R. Teuscher( Jena 1890) ist für wissenschaftliche Zwecke völligunbrauchbar.

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