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Äußerungen : die Oberfläche als Gegenstand und Perspektive der europäischen Ethnologie ; Beiträge der Dgv-Hochschultagung "Äußerungen. Die Oberfläche als Gegenstand und Perspektive der Europäischen Ethnologie" vom 28. bis 30. September 2012 am Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie der Universität Innsbruck
Entstehung
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Österreichische Zeitschrift für Volkskunde

LXVII/ 116, 2013, Heft 1+ 2

die wohl an ihrem ursprünglichen Ort nicht groß vermisst werdenbei ihr sind sie hochgeschätzt:» Ich liebe sie alle, weil ich eben nur eine,ich hab jeweils nur eine große Nadel, eine mittlere und eine kleine. Ichmuss halt gut auf sie aufpassen«<, 17

Sie betont in diesem Statement, was in aktuellen euphorisiertenDiskursen über DIY weitgehend ignoriert wird: das Thema Ressour-cen und damit die ökonomischen Voraussetzungen des Selbermachens.Ideen alleine sind nicht ausreichend, erst bestimmte Rahmenbedingun-gen ermöglichen DIY. Selbermachen zahlt sich für Hanna Ulmer nichtaus, wenn bestimmte Grundlagen an Materialien, Gerätschaften und

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Kenntnissen nicht schon vorhanden sind. Diese Basics erhält sie vorallem durch Hilfeleistungen anderer. Mit einer Portion Ironie verse-hen, aber dennoch ausführlich bespricht sie ihre Sorgfalt im Umgangmit den Dingen. Die wenigen Gerätschaften sollen im Moment des Be-darfs verfügbar sein und das unmittelbare Tun ermöglichen. Gebrauch-tes wird hier nicht im Zeichen von Nachhaltigkeit eingesetzt, durchdie Materialien und Werkzeuge, die schon durch andere Hände gegan-gen sind, verbindet sie sich mit anderen: Nicht ohne Gedanken an undEmotionen für die früheren EigentümerInnen und NutzerInnen nütztsie eine Schere oder eine Nähnadel nach oder recycelt Materialien.

KL: Albert Graf geht selten ins Detail, wie er im Einzelnen vor-geht, und gibt wenig Auskunft darüber, welche Tätigkeiten er be-sonders gerne hat( aus alten Komponenten einen funktionstüchtigenComputer basteln, Ikea- Möbel aufbauen) und welche ungern( Garten-arbeit>> mache ich sehr ungern<< eine für ihn sehr starke Aussage).Ins Detail geht er dann, wenn er über sein Werkzeug spricht oder mirdieses Werkzeug zeigt, so etwa seinen» Lieblingsschraubenzieher«.Dessen Biografie erzählt er in Einzelheiten: wie er dieses teure Stückgekauft habe, wie er bis heute auf diesen Schraubenzieher besonders>> aufpasse<< und dass weder Frau noch Kinder so ohne weiteres diesenSchraubenzieher benutzen dürften.

Die verschrammte Oberfläche des Metallteils und des Holzgriffs,diese Nutzungsspuren sind es, die für die Tiefe, die lebensgeschichtli-che Tiefe seines Verhältnisses zu diesem Ding, für seine Achtsamkeitstehen. Die glatte Oberfläche, das neue Werkzeug dagegen, womöglich

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Alle Zitate in diesem Abschnitt: Interview Ulmer( wie Anm. 8), 31:50, 33:14,34:09.