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Äußerungen : die Oberfläche als Gegenstand und Perspektive der europäischen Ethnologie ; Beiträge der Dgv-Hochschultagung "Äußerungen. Die Oberfläche als Gegenstand und Perspektive der Europäischen Ethnologie" vom 28. bis 30. September 2012 am Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie der Universität Innsbruck
Entstehung
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158 Österreichische Zeitschrift für Volkskunde

LXVII/ 116, 2013, Heft 1+ 2

Bezogen auf die eingangs formulierten Fragen und mit Blick aufdie einzelnen Beispiele lassen sich abschließend drei Thesen festhalten:

Erstens führt ein> gutes<< Souvenirdesign nicht zwingend zu> gu-ten< Souvenirs. Die gestalterischen Kriterien der Moderne werden denzeichenhaften Funktionen von Reiseandenken nicht gerecht. Ansätzeund Ansprüche, die sich beim Entwurf von Gebrauchsgegenständen,Möbeln oder Architektur bewähren mögen, versagen bei der Gestal-tung von symbolkommunikativen Objekten. Die Beurteilung der Qua-lität von Souvenirs bedarf anderer Kriterien, unterscheidet sich diegeschmacksästhetische Perspektive von Fachleuten doch markant vonderjenigen der touristischen Kultur.

Zweitens verschwinden mit dem aufkommenden( Massen-) Tou-rismus Ende des 19. Jahrhunderts regionaltypische Oberflächen wiedas Chrutmuster und werden durch überregional verständliche Motivewie das Edelweiß ersetzt. Dieser Wandel der Äußerungen an der kultu-rellen Schnittstelle Souvenir< verläuft parallel zur politischen Entwick-lung der Eidgenossenschaft zu einem modernen Nationalstaat und derAusbildung entsprechender Symbole- eine Eigenheit der SchweizerTourismusgeschichte, die weiterer Betrachtung bedarf.

Drittens zeigt die untersuchte Objektreihe, wie polyvalent die na-tionalen Zeichen im beginnenden 21. Jahrhundert geworden sind: Diepostmoderne Kuh kleidet sich in ein historisches Kostüm, um im Tou-rismus eindeutig lesbar zu sein; das Kreuz sucht die Doppelung, umseiner Botschaft Nachdruck zu verleihen. Die karnevalesken Kühe imSouvenirshop auf dem Gornergrat erzählen von einer Gegenwart, inder einst eindeutige Zeichen mehrdeutig geworden sind, und von einerVergangenheit, in der die alpine Landschaft zur Ikone geronnen ist.