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Äußerungen : die Oberfläche als Gegenstand und Perspektive der europäischen Ethnologie ; Beiträge der Dgv-Hochschultagung "Äußerungen. Die Oberfläche als Gegenstand und Perspektive der Europäischen Ethnologie" vom 28. bis 30. September 2012 am Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie der Universität Innsbruck
Entstehung
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Jens Wietschorke, Die kulturelle Oberfläche und die Tiefen des Sozialen?

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mit dem Titel Kultur als Oberfläche. Zur methodischen Not und Notwen-digkeit, in die Tiefe zu gelangen." Scharfe versteht Kultur als eine Formder>> Verhüllung, Verschleierung, Verkleidung, Maskierung«< ³ und deu-tet die Gegenüberstellung von Oberfläche und Tiefe nicht nur, aberdoch ganz wesentlich im Sinne psychoanalytischer Grundannahmen.Zugleich lehnt er sich an Nietzsche an, der an einer Stelle schreibt,unsere kulturellen Vorstellungen und Handlungen seien>> nur Bilderund Phantasien über einen uns unbekannten physiologischen Vorgang[...], ein mehr oder weniger phantastischer Commentar über einen un-gewussten, vielleicht unwissbaren, aber gefühlten Text«.6 In diesemZusammenhang ist auch an den 2003 erschienenen Tübinger Sam-melband Unterwelten der Kultur zu erinnern, der das Thema des kul-turellen Unbewussten anhand verschiedener Felder durchbuchstabierthat. Zum Schluss seines Beitrags in diesem Band hat Utz Jeggle fastpathetisch das Programm einer Erkundung der Wechselbeziehungenzwischen Oberfläche und Tiefe entworfen:» Die Aufgabe der Volks-

4 Martin Scharfe: Kultur als Oberfläche. Zur methodischen Not und Notwendig-keit, in die Tiefe zu gelangen. In: Ders.: Signaturen der Kultur. Studien zumAlltag& seiner Erforschung. Herausgegeben von Karl Braun, Claus- Marco Die-terich, Petra Naumann und Sonja Windmüller. Marburg 2011, S. 83-89.Ebd., S. 83.

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Friedrich Nietzsche: Morgenröthe. Gedanken über die moralischen Vorurtheile.In: Ders.: Kritische Studienausgabe Band 3. Herausgegeben von Giorgio Colliund Mazzino Montinari. Neuausgabe München 1999, S. 9-331, hier S. 113.Kaspar Maase, Bernd Jürgen Warneken( Hg.): Unterwelten der Kultur. Themenund Theorien der volkskundlichen Kulturwissenschaft. Köln 2003. In seinerbedenkenswerten Kritik dieses Ansatzes schreibt Guido Szymanska:>> Diese an-dauernde und auffällige Faszination der EKW am> unterirdischen Wurzelwerk<,am> Niederen<,> Dunklen< und> Unbewussten kann ebenfalls zugleich als Wen-dung und Fortführung einer romantisch- volkskundlichen Denktradition gesehenwerden. Zwar geht es der EKW gerade um die Dekonstruktion von Essentialis-men und die Kritik an der nostalgischen Verklärung des vermeintlich> einfachenLebens<, dennoch folgt allein die Fokussierung auf> Unterwelten< einer von Ro-mantikern begründeten und später von der politischen Linken übernommenenDeutungstradition, wonach Wahrheit und Aufrichtigkeit nur in der Tiefe, imUntergrund und hinter Abgründen zu entdecken seien.«< Guido Szymanska: Zwi-schen Abschied und Wiederkehr: Die Volkskunde im Kulturmodell der EKW.In: Tobias Schweiger, Jens Wietschorke( Hg.): Standortbestimmungen. Beiträ-ge zur Fachdebatte in der Europäischen Ethnologie(= Veröffentlichungen desInstituts für Europäische Ethnologie der Universität Wien, 30). Wien 2008,S. 70-91, hier S. 84–85.