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Erb.gut? : kulturelles Erbe in Wissenschaft und Gesellschaft ; Referate der 25. Österreichischen Volkskundetagung vom 14. - 17.11.2007 in Innsbruck
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Retten- Bewahren- Benützen?Sachkultur Erbe heute: Museen, Sammlungen, Ausstellungen

Hermann Steininger

Aus der Geschichte unseres Faches Volkskunde/ Europäische Ethnologie wissen wir vomWert der Quellen und ihrer unterschiedlichen Akzeptanz, den mehr oder weniger kritischenSichtweisen ihnen gegenüber und den Methoden, wie mit diesen Grundlagen fachlicher Betä-tigung jeweils umgegangen wurde und wird. Sachkulturobjekte ganz allgemein sind definiertdurch Konstrukte verständigender Wortgebilde, deren kultureller Wert nicht exakt messbarist, d. h. Objekte der Sachkultur sind als historische Erscheinungen registrierbar, sie habenihre eigene Geschichte, die der Betrachter jeweils beurteilt. So kommt es, dass Sachkultur immenschlichen Konnex allenthalben immer vorhanden war und ist, aber weitaus nicht jedeArt von Sachkultur sich erhalten hat, sich erhalten konnte bzw. erhalten wird. Hier spielenWerthaltungen und Wertentwicklungen eine wichtige Rolle.'

Ich gehe davon aus, dass ursprünglich ganz allgemein Sammler das Ziel hatten, die vonihnen ins Auge gefassten erhaltenswerten Objekte und sämtliche Informationen über diese alsErbgut, als Artefakte- was immer man darunter versteht- zu sammeln und weiterzugeben.In welcher Form dies geschah und geschieht, welche Last und Lust, dies zu tun, zu beobach-ten ist, lässt sich vielfach belegen, besonders gut an einzelnen musealen Entwicklungen, aneiner Sammlung und/ oder, das ist schon viel schwieriger, weil komplexer, am Beispiel einerüberschaubaren musealen Region; letzteres erscheint mir arbeitsaufwendiger, aber neu undzielführend.

Als mehr oder weniger guter Kenner des Museumswesens in Österreich lag es für michnahe, mich mit der sammlerisch- musealen Situation einer landschaftlich überschaubaren Re-gion zu beschäftigen, um die Phänomene historischer Sammlungsentwicklung darzustellenund in Beziehung zu Fragestellungen der musealen Entwicklung zu setzen. Die Voraussetzungfür die museale Entwicklung einer naturgegebenen historischen, wirtschaftlich- ökonomischund vielfältig kulturell geprägten Landschaft ist die Kenntnis der im Raum vorhandenenSachkultur. Von diesem allgemeinen Wissen ausgehend wäre in einem weiteren Verfahrender Blick auf die sogenannte Museumslandschaft" zu richten und zu beurteilen, welche Ob-jekte in die privaten und öffentlichen Sammlungen Eingang fanden. Es geht also darum, dieregionale Sachkultur in Beziehung zu setzen und zu vergleichen mit den in den Sammlun-gen tatsächlich befindlichen und erhaltenen Objekten bzw. Objektgruppen. Ich möchte hiernebenbei bemerken, dass die im historischen Raum uns jeweils zur Kenntnis gekommenenArtefakte nur ein ganz geringer Bruchteil sind von in der Landschaft jeweils vorhandenenSachkulturobjekten. Im Bereich der Keramik etwa gibt es Schätzwerte, die einen hohen Gradvon Plausibilität und Sicherheit bzgl. der Datenmenge von uns heute zahlenmäßig bekanntemKeramikmaterial bieten; es sind nur ein paar Prozent des überhaupt produzierten Materials,

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Gisela Ecker, Martina Stangeu. Ulrike Vedder( Hg.): Sammeln- Ausstellen- Wegwerfen.( KulturwissenschaftlicheGender Studies, Bd. 2). Königstein/ Taunus 2001.

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