Wi( e) der die Natur?
Das Projekt, Kulturelle Katastrophenbewältigung- Das Wissenim Umgang mit Naturgefahren in Tirol'
Andreas Rauchegger und Stephan Illmer
Der alpine Kulturraum wird von zahlreichen Naturereignissen wie etwa Hochwasser, Lawi-nen, Muren, Hangrutschungen, Fels- oder Bergstürzen bedroht. Die Bestrebungen der Al-penbewohner ihren Siedlungsraum zu schützen, reichen zuweilen weit in die Vergangenheitzurück. Entsprechende( aktive und passive) Schutzvorkehrungen sollen dafür sorgen, dass dienatürlich ablaufenden Prozesse nicht in Katastrophen enden.
Im Herbst 2006 veranstaltete die bei der, Österreichischen UNESCO- Kommission' ein-gerichtete, Nationalagentur für das immaterielle Kulturerbe in Österreich' eine Tagung im, Universitätszentrum Obergurgl' unter dem Titel, ischt der Sindfluß g'wößen. Kulturelle Stra-tegien& Reflexionen zur Prävention und Bewältigung von Naturgefahren." Dabei wurde dasweite Feld des traditionellen Wissens im Umgang mit Naturgefahren in den Alpen beleuchtet;und es wurde deutlich, dass es bislang kaum kulturwissenschaftliche Erhebungen bzw. Analy-sen dieses( vermeintlich) überlieferten Wissens gibt.²
Im Laufe des 20. Jahrhunderts- so eine bei erwähnter Tagung angebotene These- tritttradiertes Wissen über Umweltbedrohungen( und die damit verbundenen kulturellen Aus-drucksformen, Praktiken, Fertigkeiten) mit der Intensivierung entsprechender technischerSysteme zur Abwendung der Natur( gefahren) zunehmend in den Hintergrund. Angesichtsdes Eindrucks einer Häufung von unvorhersehbaren Naturereignissen zeigt sich allerdings,dass man auch trotz gesteigerter Technisierung nicht in der Lage sein wird, vollkommeneSicherheit vor solchen Gefahren zu garantieren.³ Das wiederum lässt das Vertrauen in die Be-herrschbarkeit der Natur durch moderne technische Errungenschaften schwinden. Zugleichgewinnt die Frage nach traditionellen Formen der Naturaneignung bzw. des Arrangierens von( und Interagierens zwischen) Kultur und Natur an Bedeutung, zumal auch das Wissen umnatürliche Ressourcen seitens der UNESCO als, Kulturerbe' bemessen wird.4
Zwar gewinnt die Naturgefahrenforschung auch innerhalb der kulturhistorischen Fächerzunehmend an Aufschwung, bisherige Studien zu Strategien der Wahrnehmung, Deutung,Vermeidung von alpinen Naturkatastrophen haben allerdings primär eine technisch- natur-wissenschaftliche Ausrichtung. Eine kulturwissenschaftlich- volkskundliche Auseinandersetzung,die sich in erster Linie dem Erfahrungswissen, aber auch den traditionellen Techniken im
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Vgl. Maria Walcher: Die Nationalagentur für das immaterielle Kulturerbe in Österreich. Eine erste Bilanz. In:UNESCO heute, 54, 1/2007, 69-70, hier: 70.
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Vgl.
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http://www.kulturleben.at/Themen/IKE/IKE_Sindfluss.xml( Zugriff: 15. November 2007).
Vgl. Maria Patek: Über Versuche die Natur zu beherrschen. Naturgefahrenmanagement im Wandel der Zeit.Online unter www.kulturleben.at/medienpool/447/naturbeherrschen.pdf( Zugriff: 15. November 2007).
Vgl. http://www.unesco.at/user/texte/docs/konv_schutz_imm_kulturerbes_de.pdf( Zugriff: 15. November2007).
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