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Erb.gut? : kulturelles Erbe in Wissenschaft und Gesellschaft ; Referate der 25. Österreichischen Volkskundetagung vom 14. - 17.11.2007 in Innsbruck
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Kulturelles Erbe und Tourismus

Vermarktetes kulturelles Erbe- japanische Touristen und dasdeutsche kulturelle Erbe

Akemi Kaneshiro- Hauptmann

Japanische Reisebüros werben für Deutschlandreisen nicht mehr nur mit der RomantischenStraße, sondern auch, aufgrund der Popularität des Welterbes in Japan, mit dem deutschenWeltkulturerbe als Reiseziel. Denn mit dem Standardprogramm lassen sich nicht mehr genü-gend Kunden nach Deutschland locken. Meines Erachtens suchen die Reiseveranstalter dieSchauplätze nach festen Kriterien aus, die ihrer Meinung nach den Wünschen ihrer Kundenentsprechen, hauptsächlich nach Größe, Schönheit und Alter. Die beiden ersten Kriteriensind besonders wichtig, das letzte ist von geringerer Bedeutung. Während meiner Tätigkeitals Reiseleiterin für japanische Touristen in Deutschland habe ich festgestellt, dass jeder einebestimmte Vorstellung von Welterbe besitzt, diese aber nicht zu allen Welterbestätten passt.Viele Besucher sehen deshalb andere Objekte, die keine Welterbestätten sind, als welterbe-würdig an. Die interessante Reaktion einer meiner Reisegruppen beim Besuch eines Weltkul-turerbes, der ehemaligen Klosteranlage in Lorsch, veranlaßte mich, über die Bedeutung desWelterbes und die Rolle des Fremdenführers neu nachzudenken.

Destinationen von japanischen Touristen in DeutschlandNach Angaben des Statistischen Bundesamtes besuchten 2005 ca. 730 000 japanische Tou-risten Deutschland'. Deren wichtigste Reiseziele waren die Städte München, Frankfurt amMain, Berlin, Düsseldorf, Dresden, Hamburg, Köln, Stuttgart, Hannover, Rothenburg obder Tauber, Heidelberg, Füssen, Nürnberg, Schwangau, Rüdesheim und Leipzig, welchesentweder Messestädte, Touristenstädte oder beides sind². Um ihre begrenzte Urlaubszeit ef-fektiv zu nutzen, d.h. so viel wie möglich zu erleben, buchen 74% der Japaner eine Reise ineinem Reisebüro³. Bei der Auswahl des Reiseziels spielen Reiseprospekte, die kostenlos in Pro-spektständern vor den Reisebüros zur Verfügung gestellt werden, eine große Rolle. Währendihres kurzen Aufenthaltes, zwischen sechs und zwölf Tagen, besuchen sie oft zusätzlich nochandere europäische Ländern, u.a. die Schweiz, Österreich, Frankreich oder Polen. Je nachdem Ausgangspunkt sind die Länderkombinationen unterschiedlich.

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Diese Zahl erhielt ich im Januar 2007 auf eine Anfrage vom Statistischen Bundesamt.

Dies sind die Städte, mit den höchsten Zahlen an Übernachtungen japanischer Touristen. Aus: GermanNational Tourist Office: Marktinformation Japan 2007.

Online unter www.deutschland-extranet.de/pdf/MI_Japan_2007(1).pdf( Zugriff: 21.11.2007).wie Anm. 2.

Das beliebste Reiseziel japanischer Touristen in Europa war 2005 Frankreich, die zweitbeliebtesten LänderItalien und Malta, Deutschland folgt auf Platz drei. Aus: German National Tourist Office: MarktinformationJapan 2007. Online unter www.deutschland-extranet.de/pdf/MI_Japan_2007(1).pdf( Zugriff: 21.11.2007).

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