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Erb.gut? : kulturelles Erbe in Wissenschaft und Gesellschaft ; Referate der 25. Österreichischen Volkskundetagung vom 14. - 17.11.2007 in Innsbruck
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Kontinuitäten und kulturelles Erbe

Eine Voraussetzung für Regionale Identität?

Kristian Hülse

Die Frage nach der Regionalen Identität und den anhaltenden Diskussionen um sie war we-sentlicher Bestandteil einer Studie, welche im Rahmen der Magisterarbeit durchgeführt wur-de. Der Titel dieser Arbeit lautet:» Die Bedeutung regionaler Identität für strukturschwacheRegionen. Das Beispiel Mecklenburg- Vorpommern«. In den letzten Jahren haben sich ver-schiedenste regionale Initiativen gebildet. Diese beschäftigen sich in unterschiedlichen Kam-pagnen und Projekten mit der Förderung von Regionen. Sie werben nicht nur mit hartenStandortfaktoren, sondern zusätzlich- manche sogar ausschließlich- mit weichen Standort-faktoren wie Freizeit- und Kulturangeboten aber auch einer besonderen Lebensqualität. Zu-nehmend finden Begriffe wie jene Regionale Identität oder auch Tradition, Brauch, Heimat,Folklore und mitunter eine vermeintlich spezifische Mentalität Eingang in diese Initiativen.Diese Begriffe werden nicht nur für Werbezwecke instrumentalisiert, sondern auch hinter denKulissen machen sich besagte Initiativen Gedanken über sie.

Aus diesen Gründen war eine Auseinandersetzung mit der Bedeutung Regionaler Identitätfür strukturschwache Regionen naheliegend. Hierbei spielte besonders die Wahrnehmungvon Regionen und deren Veränderung durch strukturellen Wandel eine Rolle. In dem aufder 25. Österreichischen Volkskundetagung gehaltenen Vortrag ging es jedoch nicht so sehrum die Bedeutung Regionaler Identität für strukturschwache Regionen, sondern um die Re-gionale Identität an sich. Gibt es sie, was stiftet sie, wie ist sie zu definieren und welche Rollekann>> Erb.Gut<< dabei spielen? Diese Fragen werden im Folgenden anhand der Ergebnisse derMagisterarbeit näher betrachtet.

Fragestellungen und Erkenntnisinteresse; Auswahl der

Gesprächspartner

Wichtigste Annahme zu Beginn der Studie war, dass es ohne wenigstens dem Glauben, sich ineiner Region integrieren zu können und etwas wie eine Art Heimatgefühl oder Identifikationmit dieser entwickeln zu können, nicht möglich sein würde, negative wirtschaftliche und de-mographische Entwicklungen umzukehren. Selbst dann nicht, wenn attraktive Arbeitsplätzevorhanden sind.

Gerade aus Sicht der Europäischen Ethnologie scheint hierbei die Frage interessant, ob eineRegionale Identität wirklich dazu in der Lage ist, Probleme zu lösen und zwar unabhängig da-von, ob sie schon immer vorhanden war oder» nur« eine durch Stadt- oder Regionalmarketinggeschaffene Marke ist. Kann sie helfen, Probleme wie Abwanderung, wirtschaftlichen Rück-gang oder eine mangelnde Anziehungskraft einer Region, zu beheben? Kann eine bewussteFörderung Regionaler Identität eine Strahlkraft entwickeln, die sowohl dazu in der Lage ist,Unternehmen anzulocken, als auch der Bevölkerung so etwas wie eine Möglichkeit zur Iden-

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