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Viktor Geramb : 1884 - 1958 ; Leben und Werk
Entstehung
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inventarisiert. 1947 werden weitere Restbestände von Büchern aus demStift Rein ins Volkskundemuseum verbracht.608 Bernhard Schweighoferkommt aufgrund seiner Aktenstudien des Referates für Volkskunde zufolgendem Schluss: Aktenmaterial ,, volkskundliche' Aufzeichnungen und, Kulturgut', die sich ebenfalls im, Institut für Deutsche Volkskunde' befun-den hatten, gelangten offenbar nicht in den Besitz des Museums, da siedurch die, sowjetischen' Plünderungen vernichtet worden waren" 609.Geramb, nun auch am Museum wieder mit dem gesamten Aktionsradiusdes Vorstandes ausgestattet, agiert durchaus machtbewusst und weiß sichfür mögliche in der NS- Zeit am Museum erlittene Kränkungen seiner Per-son und Stellung zielsicher zu revanchieren. Ein Ziel dieser Revanche istder Kustos am Volkskundemuseum, Viktor Theiß, der, seit 1940 Parteimit-glied der NSDAP610, in der NS- Zeit die Leitung" des Volkskundemuseumsinnehatte, während dem Vorstand" Geramb die geschäftsführenden Hän-de gebunden waren. Folgt man den Worten Leopold Schmidts, so wirdTheiẞ nach 1945 ganz für seine Arbeit an der umfassenden Biographiedes Erzherzogs Johann freigestellt" 611- der Eindruck eines Arbeitsurlau-bes" entsteht. Eine freilich mit Viktor Geramb hart ins Gericht gehendeSichtweise auf die Nachkriegsgeschehnisse im Zusammenhang mit ViktorTheiẞ übermittelt Leopold Kretzenbacher. Demnach hätte Geramb Theiẞ,, der in harten Kriegsjahren das Erbe am Volks-] K[ unde-] M[ useum] gegenmächtig andrängende Feindschaft( Gau- Schulungs- Amt) zu bewahren sichredlich abmühte", anscheinend nach dessen Wiederkehr nach Graz auspolitisch- weltanschaulicher Gegnerschaft wie in einem Racheakt aus demVolks-] K[ unde-] M[ useum] verdrängt, ihn allein schon räumlich ans Steier-märkische Landesarchiv, abgeschoben'. Auch wenn Viktor Theiẞ dort zumbisher bedeutendsten Biographen Erzherzog Johanns werden konnte,starb er in Einsamkeit und Verbitterung über dieses Geschehen im Jahre1967" 612. Auch Theiẞ' Biograph Reiner Puschnig meint, dass Geramb Theiẞdessen vornehme und treue Haltung nicht gedankt habe. Er[ Geramb]wollte mit Theiß nicht mehr zusammenarbeiten und erreichte es, daß Theiẞzwar im Status des Landesmuseums Joanneum verblieb, zur Dienstleis-tung jedoch dem Steiermärkischen Landesarchiv zugewiesen wurde." 613

14.4. GERAMB ALS VOLKSBILDNER UND

HEIMATSCHÜTZER- TEIL 2: NACHKRIEGSZEIT

Die weiter oben zitierte Passage aus Gerambs Rede zur Weiterarbeit amVolkskundemuseum unter jetzt demokratischen Auspizien ist gleichzeitigeine Art programmatischer Startschuss zu einem neuerlichen Einsatz Ge-rambs innerhalb der Volksbildung und des Heimatschutzes. Geramb machtvor allem in diversen Zeitungen und Zeitschriften mit meist katholischer

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