Forschungsarbeiten, u. a. mit Richard Krafft- Ebing, aber als Bezirksarzt inDeutschlandsberg gearbeitet hat. Diese quasi„ organische" Anbindung andie bäuerliche Welt ist Geramb deshalb wichtig, da diese bäuerliche Welt inseinem Verständnis von„ Volk“ eine zentrale Rolle spielt. In den Bauern undihrer Kultur sieht Geramb anfänglich quasi die Verkörperung des Hoffmann-Krayer'schen„, vulgus in populo 243, jener„ organisch zusammengehörige[ n]Unterschicht alles geschichtlichen Volkslebens", die Albrecht Dieterich mit„ Mutterboden des, Volks 244 übersetzt hat. Noch 1911 ist für Geramb Volks-kunde„ das Studium unseres einheimischen bäuerlichen Volkes❝245. Späterentwickelt Geramb diese Definition allerdings weiter.
115
10.4. DER HISTORIKER UND VOLKSKUNDEPIONIER
Geramb erhielt im Studium eine fundierte historische Ausbildung, einevolkskundliche Studienmöglichkeit war damals an der Grazer Universitätnoch nicht vorhanden. Einiges aus dem späteren Volkskunde- Kanon wiez.B. Ausführungen über das Volkslied etc. konnte Geramb z. B. schon beiseinen germanistischen Studien, namentlich bei Anton Emanuel Schön-bach hören, mit dem es aber, trotz Gerambs Begeisterung, zu atmosphä-rischen Problemen kam, die Geramb sogar zu einem Studienwechsel
GERAMB LEBEN
40
Geramb mit einem„ Gewährsmann" wäh-rend einerFeldforschung inder Umgebung vonFrohnleiten.
Rückseitiger Vermerk:,, Bei Kammerhofer obPfannberg 14.5.1941"Foto: Mayr- Melnhof.