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Viktor Geramb : 1884 - 1958 ; Leben und Werk
Entstehung
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beiden Berufen( Museum und Universität) und zu erwartender finanziellerEinbußen Gerambs bei Aufrechterhaltung der universitären Lehre und einerpotenziellen Aufgabe seiner Leiterstelle am Volkskundemuseum, Gerambstatt des bestehenden zweistündigen Lehrauftrages einen fünfstündigenLehrauftrag zu erteilen ,, und ihm das für wöchentlich fünfstündige Vorlesun-gen normierte Honorar zu bewilligen" 227.

Am 8. Februar 1936 antwortet Staatssekretär Pernter für das Bundesmi-nisterium für Unterricht auf den erwähnten Antrag und bewilligt Geramb abdem Sommersemester 1936 für fünf Semester einen Lehrauftrag für Deut-sche Volkskunde über vier Vorlesungsstunden oder drei Vorlesungs- undzwei Übungsstunden pro Semester.228

10. DER KULTURPRÄGER

VIKTOR GERAMBS

ZUM SELBSTVERSTÄNDNIS

Gerambs Selbstverständnis als Wissenschaftler und als Privatperson ruhtauf mindestens vier Pfeilern. Es sind dies sein großdeutsches Kulturver-ständnis, sein oftmals demonstrativ gelebter, mit zunehmendem Alter ver-tiefter katholischer Glaube, seine ausgeprägte Affinität zur bäuerlichenKultur und sein Selbstverständnis als Volksforscher nach historischerMethode" 229 230

10.1. DAS GROSSDEUTSCHE KULTURBEWUSSTSEIN

Bis zu seinem Lebensende wird Geramb den Begriff der österreichischenNation" ablehnen. Er fühlt sich einer größeren Sprach- und Kulturge-meinschaft, nämlich der deutschen", zugehörig. Dieses Zugehörigkeits-verständnis wirkt sich bei Geramb, laut Leopold Kretzenbacher, nie undnirgends in einem chauvinistischen Sinne" 231 aus. Gerambs groẞdeutscheEinstellung, sein Verständnis von Volk" wurzelt in der deutschen Roman-tik des 19. Jahrhunderts, bei Johann Gottfried Herder( 1744-1803). Überdiesen kommt Geramb zu Wilhelm Heinrich Riehl( 1823-1897) 232, der vonihm über die Maßen verehrt wird, wie Kretzenbacher ausführt. 233 Gerambbetrachtet sich als weltanschaulich[ er] und wissenschaftlich[ er...]" 234Schüler Riehls. Bereits in einem 1913 gehaltenen Vortrag Gerambs zumThema Die nationale Bewegung und die Volkskunde" finden sich mehrerezitierte Passagen Riehls, wie jene aus dem Vortrag Die Volkskunde alsWissenschaft❝235, den Riehl bereits 1858 gehalten hat( Die Volkskunde istgar nicht als Wissenschaft denkbar, so lange sie nicht den Mittelpunkt ihrerzerstreuten Untersuchungen in der Idee der Nation gefunden hat" 236). DasGedankengut Riehls fließt sowohl in die universitäre Lehre Gerambs237 alsauch in dessen Vereinstätigkeiten bzw. die volksbildnerischen Tätigkeitenein.

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