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Viktor Geramb : 1884 - 1958 ; Leben und Werk
Entstehung
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10.2. DER BEKENNENDE KATHOLIK

Geramb wird katholisch getauft und erzogen und lebt seine Konfessionsehr bewusst. Auch hier folgt er seinem Vorbild Wilhelm Heinrich Riehl,wenn er schreibt:

Dagegen leugne ich nicht, und habe es, wenn ich darum gefragtwurde, immer bekannt, wie ich es hiemit auch hier tue, das[ s] ichin religiösen Dingen gläubiger Katholik bin, wie es meine Elternund Voreltern waren, wie ich getauft und erzogen bin und wie esauch mein Lehrer W[ ilhelm] H[ einrich] Riehl gutheissen[ sic!] wür-de, der in seinem schönen Buch, Religiöse Studien eines Weltkin-des' ausdrücklich lehrt, dass[ sic!] man dem Glaubensbekenntnistreu bleiben solle, in dem man geboren und aufgewachsen ist." 238

Seiner Konfession bleibt Geramb ein Leben lang praktizierend treu, legtsie auch unter politischem Druck nicht ab, genauso wenig lässt er sichfür den politischen Katholizismus in Österreich instrumentalisieren 239. Indiesem Zusammenhang erscheinen zwei Einschätzungen interessant.In seiner Darlegung meiner weltanschaulichen und wissenschaftlichenStellung" vom 10. Juni 1938( verfasst[ u] eber Aufforderung" 240, sehr wahr-scheinlich der nationalsozialistischen Machthaber) versucht Geramb, seinkatholisches Engagement, v. a. eine Nähe zum politischen Katholizismus,herunterzuspielen 241, steht aber klar zu seiner Konfession. Leopold Kret-zenbacher beschreibt als Zeitzeuge von Gerambs akademischem Auf-treten dasselbe als bewusst[ sic!], ja fast demonstrativ katholisch" 242. AmBeispiel der Konfession lässt sich Gerambs Bemühen zeigen, trotz seiner Etikettierung" als katholisch, dem strikten Lagerdenken und der zuneh-menden Feindschaft der Lager in einem aufgeheizten politischen Klima zuentfliehen. Gerambs Bemühungen in diese Richtung enden, aufgrund derZwischenkriegsmentalität des Einbunkerns" und der aufgerissenen Grä-ben, oftmals in Missverständnissen oder Unverständnis der entsprechen-den Lager. Seine Vortragstätigkeit bei Sozialdemokrat( inn) en macht ihn aufder katholischen Seite suspekt, seine Vortäge und Vereinstätigkeiten beideutschnationalen Vereinen ebenso und vice versa.

10.3. DIE AFFINITÄT ZUM BÄUERLICHEN

,, MUTTERBODEN"

Wie anfangs bereits angedeutet, betont Geramb seine bäuerliche" Ab-stammung, die allerdings mit seinem Großvater mütterlicherseits geendethat, der zwar noch auf dem Bergbauernhof vulgo Brugger" in Schönbergbei Niederwölz geboren worden ist, nach seinem Studium und einigen

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