der Vereinstätigkeiten im„ Kreisgebiet Steiermark" 130 sind erstens 130 Bü-chereien mit ca. 90.000 Bänden;„ Zentren“ der Buchbestände sind hierGraz sowie die Städte Leoben, Bruck/ Mur und Köflach. 131 Zweitens enga-giert sich der Verein stark in der sogenannten„ Grenzland-, Schutz-" oder„ Südmarkarbeit" 132, was u. a. die materielle und deutschnational- ideolo-gische Förderung entlegener Schulen, hauptsächlich im steirisch- slowe-nischen Grenzland, und deren Lehrpersonais bedeutet, aber auch z. B.durch ein Heim mit Ausspeisung in der Grazer Körblergasse 133. Dadurcherhofft sich der Verein Auswirkungen auf die Bevölkerungsbildung undideologische Ausrichtung in den entlegenen und wirtschaftlich marginali-sierten Schulstandorten an dieser„ neuen“ Grenze. Drittens unterhält derVerein mit dem„ Deutschen Volksgesang Südmark" einen Chor.
Das Gedankengut von Vereinen, wie dem„ Deutschen SchulvereinSüdmark", kurz„ Südmark", oder dem„ Verein für das Deutschtum im Aus-land" spricht auch Literaten und Musiker sowie bildende Künstler an, diesich damit identifizieren können und in den späten 1920- er und frühen1930- er Jahren in Zirkeln wie„ Freiland“ oder„ Die blaue Blume" verkeh-ren. 134 In der„ Südmark- Runde“ treffen sich beispielsweise neben Gerambdie Literaten Hans Kloepfer, Franz Nabl135, Josef Papesch oder Hans Det-telbach.136 Daneben gibt es„ eine gelegentliche Runde im Volkskundemu-seum bei Geramb, an der hin und wieder auch Max Mell 137 und Paula Grog-ger138 teiln[ e] hmen“ 139
6.4. DAS„ KRIPPEN- UND HIRTENLIEDERSINGEN"
Ebenso beim Museum angesiedelt sind volksbildnerische Aktivitäten wiedie ab 1916 regelmäßig stattfindenden Aufführungen„, alter steirischerKrippen-, Hirten- und Weihnachtslieder 140 in der Antoniuskirche des ehe-maligen Klosterkomplexes der Kapuziner. Dabei werden, anfänglich unterViktor Zacks Leitung, eine Auswahl der von Geramb und Zack gesammel-ten und häufig bearbeiteten Lieder„ mit kleiner Orchesterbesetzung, Orgelund Chor" 141 und Solo- Gesang in der Adventzeit dargeboten. Die Kirche istdabei mit Fichtenbäumchen und der„ Rantener Krippe" geschmückt und dieBesucher( innen) sind aufgefordert, eigene Kerzen zur Beleuchtung mitzu-bringen. Die Aufführungen sind von Anfang an gut besucht und bringen demjungen Museum, zumal in Zeiten der Wirtschaftskrisen, Einnahmen. DemErfolg dieser Darbietungen folgend werden weiters ein„ ,, Turmblasen* 142 inder Neujahrsnacht sowie( unregelmäßig) Aufführungen„ alter deutscher' Marienlieder** 143 begonnen. Geramb kann, was den indirekten Zweck derHirten- und Krippenliederaufführungen( die übrigens bis zum heutigen Tagvom Referat„ Volkskunde" des Steiermärkischen Landesmuseums Joan-neum in der Adventzeit veranstaltet werden) betrifft, nämlich die„ Wieder-erweckung“ oder Initiierung dieses Brauches in den steirischen Pfarren,
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