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Viktor Geramb : 1884 - 1958 ; Leben und Werk
Entstehung
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Für diese Verdienste bekommt Geramb ein Ehrenzeichen des Roten Kreu-zes und das Kriegskreuz für Zivilverdienste II. Klasse verliehen.91

Bei diesen Hilfstätigkeiten infiziert sich Geramb allerdings auch mit Akne rosacea, die ihn fortan über 15 Jahre jedes Frühjahr befällt und ihmheftige Schmerzen des gesunden Auges bereitet. Lange wird die Krank-heit nicht richtig diagnostiziert und daher falsch therapiert. Erst durch dierichtige Diagnose des österreichischen, in Münster tätigen Professors derAugenheilkunde Szilly und durch fortgesetzte Meeraufenthalte 92 sowieRöntgenbestrahlungen kann Geramb die Krankheit besiegen.⁹3

Unschärfen ergeben sich für das Datum der Ernennung Gerambs zum( Museal)-Vorstand des Volkskundemuseums. In einem Curriculum vitaeaus 1931 wird berichtet, dass Geramb 1919 zum definitiven Vorstanddes steirischen Volkskundemuseums( letzteres mit gleichzeitiger Enthe-bung94 vom Sekr[ e] tärposten[ des Joanneums]) ernannt" 95 worden wäre.Aus einem undatierten Stammdatenblatt, einem Personenstandesblattvom 24. April 194697, einem Lebenslauf in diesem 98 sowie einem Perso-nalblatt" vom 26. März 1947⁹⁹ geht das Jahr 1920 als Ernennungsjahr zum( Museal)-Vorstand des Volkskundemuseums hervor.

6. GERAMB ALS VOLKSBILDNER UND HEIMATSCHÜTZER- TEIL 1: ZWISCHENKRIEGSZEIT

6.1. MIT JOSEF STEINBERGER IN ST. MARTIN

Schon von den ersten institutionellen Schritten an beteiligt sich Viktor Ge-ramb zielstrebig am Aufbau des steirischen Volksbildungswesens. Er ver-steht diese Arbeit als die quasi angewandte Seite seiner wissenschaftlich-volkskundlichen Interessen. Geramb wird vom Anbeginn an in das 1918gegründete Landesamt für bäuerliche Fort- und Volksbildung[ integriertund], insbesondere zur volkskundlichen Lehrerbildung herangezogen" 100Ein Kristallisationspunkt dieser vor allem auf die Bevölkerung des länd-lichen Raumes abzielenden Weiterbildungsideen war das Schloss St.Martin auf einer Anhöhe im Westen von Graz 101. Dort hat der Priester undErwachsenenbildner Josef Steinberger 102 nach skandinavischem Vorbild 103ein ,, Volksbildungshaus" eingerichtet.

Steinberger veranstaltet einerseits mehrwöchige Ferialkurse für im länd-lichen Raum tätige Lehrer( innen), bei denen, in intensiven Arbeits- ge-meinschaften, Aspekte der bäuerlichen Volkskultur behandelt werden. DieKursleitenden wollen damit das Rüstzeug zu einer von Steinberger vorge-gebenen Volkspädagogik" vermitteln, die der Bauernschaft Steiermarksangemessen wäre. Neben der von Steinberger selbst vorgetragenen Bau-ernkunde" unterrichtet Geramb steirische Volkskunde. Gleichzeitig sollten

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