die„ Dringende Notwendigkeit einer wahren Volksbildung auf volks- undheimatkundlicher Grundlage" 112, das„ Fehlen einer genügenden Anzahlgeeigneter Lehrkräfte“ 113 und die„ Notwendigkeit erweiterter Lehrervorbil-dung[ sic!] in folgenden Punkten: Volkskunde, Heimatpflege( Denkmalkun-de, künstlerischer Heimatschutz), Erziehung zum Kunstverständnis" 114 hin.Die Unterzeichneten stellen in derselben Denkschrift den Antrag der An-erkennung der erwähnten Grundsätze durch den österreichischen Staats-rat und der„ Betrauung des Vereines für Heimatschutz in Steiermark mitDurchführungsvorschlägen" 115. Eine direkte Antwort auf ihre Eingabe erhal-ten die Unterzeichneten nicht, Semetkowski konstatiert immerhin„ spätermanche gleichklingende Formulierungen und Sätze im amtlichen Schriftgutüber die Schulreform" 116. Unter den prominenten Mitgliedern des Vereinesfür Heimatschutz sind beispielsweise die Literaten Peter Rosegger und Ot-tokar Kernstock. 117„ Die ideologische Ausrichtung des steirischen Heimat-schutzes war von Anfang an deutschnational." 118
Geramb, Steinberger und Semetkowski bilden in den Jahren der Zwischen-kriegszeit in der steirischen Volksbildungsszene einen„, wohl- abgestimmte[ n]Dreiverein" 11⁹, ein sehr erfolgreiches und umtriebiges„ Triumvirať" volksbild-nerischen Wirkens. 120 Doch Gerambs Aktivitäten erstrecken sich, bedingtdurch die österreichweiten Tätigkeiten der Vereine, auch über die Steier-mark hinaus. Der Betreuer des Referates für Heimatpflege beim Bundes-denkmalamt und Geschäftsführende Vorsitzende des ÖsterreichischenVerbandes für Heimatpflege, der Mödlinger Historiker Karl Giannoni 121, leitetregelmäßige„ Österreichische Bundestagungen für Heimatpflege" 122, diejedes Jahr in einem anderen Bundesland stattfinden und bei denen Geramböfter Grundsatzreferate hält 123, sehr wahrscheinlich die später publizierten,1920 in Braunau am Inn(„ Über die Möglichkeiten der Volkshochschule inÖsterreich" 124) oder 1921 in Langenlois(„ Von der bäuerlichen Volksseelein Österreich" 125) anlässlich von„ Volksbildungstagen" gehaltenen Vorträge.Diese Vorträge sind einerseits von einem glühenden, glaubwürdigen undkreativen Engagement zur Verbesserung der Lebensumstände der ländli-chen Bevölkerung getragen. Andererseits bleibt die Reflexion der eigenenPosition und der Triebkräfte des eigenen Handelns leider weg. So verqui-cken sich hier grundsätzlich lobenswerte Ambitionen mit ob ihrer Naivitätund ihrem theoretisch- methodischen Ungenügen bedenklichen Ansichtenzu zum Teil reichlich befremdenden Schlussfolgerungen.
6.3. DIE„ SÜDMARK"
Zunehmend deutschnational 126 aktiv ist ein weiterer Verein, in dem Ge-ramb leitend mitarbeitet 127, der„ Deutsche Schulverein Südmark❝128. Dieserist aus dem Zusammenschluss der„ alten" Südmark, des„ Vereines Süd-mark", mit dem„ Deutschen Schulverein" hervorgegangen. 129 Schwerpunkte
GERAMB LEBEN 24